Google Vernunft einbläuen

Ist es gerechtfertigt, sich über einen geradezu unglaublichen, hervorragenden Dienst aufzuregen, den jedermann kostenlos benutzen darf?

Na klar ist das erlaubt. Und darum rege ich mich heute ein bisschen über die Google-Suche auf. Ich nutze sie täglich und finde es nach wie vor unglaublich, was für Informationsmengen man sich mit ein paar geschickt gewählten Suchbegriffen zu Nutze macht.

Dürfte meinetwegen auch wieder abgebaut werden.

Was mich aber aber ebenfalls täglich stört, ist der Umstand, dass Google nicht mehr alle Suchbegriffe berücksichtigt, sondern meint, es besser zu wissen. Früher musste jeder einzelne eingegebene Suchbegriff auf einer Seite vorhanden sein, damit sie in den Suchresultaten auftauchte. Heute lässt Google auch mal den einen oder anderen Begriff weg, wenn es dem Algorithmus gerade passt. Meiner Erfahrung nach macht das die Resultate aber nicht besser, sondern schlechter.

Es mag sein, dass bei Leuten, die weniger gezielt suchen als ich, anders ist. Mich zwingt es allerdings, bei Suchoptionen im Menü Alle Ergebnisse den Menüpunkt Wortwörtlich anzuklicken – drei Extra-Klicks, auf die ich gern verzichten würde.

Alternativ kann man alle Suchbegriffe in Anführungszeichen setzen (separat, nicht als Gruppe, weil sonst auch die Abfolge der Begriffe berücksichtigt wird). Begriffe in Anführungszeichen werden als zwingend behandelt.

Allerdings ist auch das eher umständlich – auch im Vergleich zu früher. Vor Einführung von Google Plus konnte man einfach ein Plus an den Anfang eines Suchbegriffs setzen und ihn so als zwingend markieren. Doch mit Einführung dieses sozialen Netzwerks wurde dieser Suchoperator für die soziale Suche umgenutzt. Da Google Plus ein Rohrkrepierer ist, war das eine eindeutige Fehlentscheidung, die man längst hätte rückgängig machen sollen. (Auch Google Plus dürfte IMHO eingestellt werden.)

Immerhin: Meine Allzweckwaffe für solche Fälle, PhraseExpress1, hilft auch dafür.

Der Clou: Bei dieser Software, die eigentlich zum Einfügen von Textbausteinen gedacht ist, kann man auch Makros hinterlegen. Folgendes Makro, das ich über die Tastenkombination Ctrl + § aufrufe, macht mir Anführungszeichen um die Begriffe im Suchfeld herum. Aus matthias clickomania wird “matthias” “clickomania”:

{#CTRL -chars a}{#clipboard -copy}{#setphrase -description Google-Suchterm -content {#insertclipboard} -autotext gsuchterm}"{#replace {#insert gsuchterm} -oldtext   -newtext " "}"

160418-phraseexpress.png

Zur Erklärung: Der erste Befehl schickt das Tastaturkürzel Ctrl + a, mit dem der ganze Inhalt des Suchfelds markiert wird. Der zweite Befehl kopiert die Markierung in die Zwischenablage. Der dritte Befehl speichert den Inhalt der Zwischenablage als eigene Phrase mit dem Namen Google-Suchterm ab. Dann führe ich einen Suchen-Ersetzen-Vorgang aus, bei dem die Leerzeichen durch Leerzeichen mit Anführungszeichen ” ” ersetzt werden. Der resultierende String wird nun selbst zwischen zwei Anführungszeichen gesetzt und ins Suchfeld eingefügt.

Footnotes

  1. Download unter PhraseExpress.com; die Nutzung dieses Windows-Programms für private Zwecke ist kostenlos. Erwähnungen in den Beiträgen Das Chili con carne der Kummerbox, Mit diesem Trick hier spare ich tagtäglich Zeit und Tempo Teufel beim Bloggen ^top

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

Ein Gedanke zu „Google Vernunft einbläuen“

  1. Der durchschnittliche Google-Nutzer ist mittlerweile vermutlich weitaus dümmer als man anzunehmen wagt. Deshalb entscheidet Google sozusagen im vermutlichen Sinne des Users. Wenn man aber ziemlich genau weiss, was man eingibt bzw. wonach man sucht, dann ist das Ignorieren von Fragmenten in der Tat äusserst mühsam. Ich fluche auch regelmässig deswegen und setze dann alles in Hochkommas.

    PhraseExpress kannte ich noch nicht, werde ich mir anschauen. Danke für den Tipp.

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