Browser-Tabs wiederauferstehen lassen

Es sind vor allem die Erweiterungen wie Maff, Greasemonkey, Easy Copy, Fireshot und Lazarus, die mich dazu bringen, Firefox weiterhin die Treue zu halten – obwohl es Gründe zum Wechseln gäbe. Plus meine Google-Skepsis, die mich von Chrome fernhält.

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Tabs auf später vertagen.

Nun gibt es auch Erweiterungen, die mir den Wechsel zu Chrome reizvoll erscheinen lassen. Allen voran Tab Snooze (Chrome Web Store).

Diese Erweiterung stellt Reiter ruhig. Sprich: Sie schliesst einen Tab, mit dem man sich nicht unmittelbar beschäftigen möchte. Er verschwindet ganz aus dem Interface und ist auch bei den Reitern nicht mehr ersichtlich – was praktischer ist, als Tabs, die man nicht ubedingt benötigt, einfach nach hinten zu sortieren.

Wie die Bezeichnung Snooze impliziert, schlummert der Reiter aber nur. Zur vorgegebenen Zeit taucht der Reiter automatisch wieder aus der Versenkung auf – in der Hoffnung, dass man dann Zeit und Lust hat, sich damit zu beschäftigen. Die Zeitangaben fürs Schlummern sind der Alltagssprache entlehnt und klingen teilweise sehr vage: Später, am Abend, morgen, am Wochenende, nächste Woche, in einem Monat, irgendwann, regelmässig und zu einem bestimmten Zeitpunkt. In den Einstellungen kann man aber spezifizieren, was man z.B. unter «später» oder «irgendwann» versteht.

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Die Weckzeiten kann man selbst bestimmen.

Es ist möglich, einen Reiter via Tastaturkürzel in den Schlummermodus zu schicken. Standardmässig verwendet die Erweiterung das Tastasturkürzel Alt + s, das man aber in den Einstellungen ändern kann. Es ist dort auch möglich, ein Kürzel für die Wiederhlung der letzten Snooze-Aktion zu vergeben. Mit diesem Kürzel bringt man Tabs zum Verschwinden, ohne dass man noch eine «Aufwachzeit» angeben müsste.

Falls man die ruhiggestellten Tabs früher als geplant wecken möchte, ist das auch kein Problem: Sie sind in der Snoozed List zu finden, die man jederzeit reaktivieren kann.

Einziger Kritikpunkt: Zur Verwendung der Erweiterung muss man aus unerfindlichen Gründen seinen Namen und seine Mailadresse angeben. Eine Freischaltung ist aber nicht nötig, sodass man auch eine Wegwerfadresse angeben kann. (Ich habe meine richtige Adresse hinterlegt und bislang keinen offensichtlich durch Tab Snooze ausgelösten Spam gesehen.

Fazit: Eine klevere Idee – die ähnlich praktisch ist wie die Möglichkeit in Googles Inbox-App, Mails auf später zu vertagen. Bei Firefox habe ich zum Ausblenden bislang die (leider vor kurzem abgeschaffte) Tabgruppen-Funktion benutzt (siehe Sich beim privaten Surfen nicht erwischen lassen). Umso gelegener käme mir die Erweiterung. Immerhin: Der Entwickler hat versprochen, auch eine Firefox-Version zur Verfügung zu stellen.

Autor: Matthias

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