Eine patente Kamera

Meine Patentrezepte-Videos habe ich bislang hauptsächlich mit der Legria-Mini von Canon gedreht. Ab und zu kam auch meine Nikon D7000 zum Einsatz, sie habe ich vor allem für Nahaufnahmen mit dem Makro oder für Stillleben wie die Mac-Ansichten hier benutzt. Für die Selfie-Sequenzen taugt die Spiegelreflexkamera leider nicht, weil sie kein ausklappbares Display hat und ich somit nicht sehen kann, ob ich richtig im Bild bin. Weiterer Nachteil: Ohne Bildstabilisation kann man sie zum Filmen nur auf dem Stativ benutzen, was die Einsatzmöglichkeiten sehr einschränkt.

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Und ich drehe meine Videos meist im stillen Kämmerchen… (Bild: Sony)

Ich habe über die Anschaffung eines Camcorders nachgedacht. Die Wahl ist nach längerem Hin und Her auf den Sony AX100e gefallen, der für um die 1600 Franken zu haben ist (Amazon-Affiliate). Natürlich wäre es auch günstiger gegangen. Aber wegen des grossen Sensors habe ich mich nicht für den preiswertesten Weg entschieden: Der Sensor gibt den Bildern eine elegantere, souveräner Anmutung als die Winz-Chips der Consumer-Kameras. Ausserdem ist die AX100e etwas grösser als die Einsteiger-Modelle, weswegen sie IMHO besser in der Hand liegt.
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Diese Kreativ-Apps sind mehr als nur Spielerei

Ich habe gestern mit Rebekka Ludwig geskypt. Sie ist Diplom-Designerin aus Nürnberg und führt vor, wie Sie bei Ihrer Arbeit das Tablet mit den mobilen Apps mit den herkömmlichen, «richtigen» Produktionswerkzeugen wie Illustrator und InDesign verbindet.

Das war für mich aufschlussreich, denn ich war mir bislang nicht so ganz sicher, ob all diese Apps nun eher zu den Spielereien zu zählen sind oder doch für ernsthafte Arbeit benutzt werden können. Rebekka Ludwig führt nun vor, wie sie an Projekte herangeht und für den kreativen Prozess, beispielsweise das Erstellen eines Logos, mehrfach zwischen Tablet und Desktop hin- und herspringt.
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Ich pfeife auf Immersion

Aus beruflichen Gründen (nämlich zur Herstellung des Artikels Ultrahochauflösende Inhalte sind ultrarar) habe ich mich mit 4K bzw. UHD beschäftigt. Das ist der Nachfolger des hochauflösenden Fernsehens, der die vierfache Pixeldichte bietet: Satte 3840 × 2160 Pixel, oder in Zukunft sogar noch mehr. Ausserdem sind schnellere Bildwiederholraten und höherer Kontrast möglich. Stichwort dazu ist HDR-Fernsehen.

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Ist bei dieser Wüstenschönheit in Full-HD nicht scharf genug? (Bild: Trailer)

Erstens fällt auf, dass ein Begriffswirrwarr herrscht: 4K, UHD oder auch Ultra-HD. Ist es wirklich zuviel verlangt, dass sich die Branche auf eine eindeutige Nomenklatur einigt? Gut, darauf kann ich mir die Antwort gleich selbst geben: Ja, es ist zu viel verlangt. Wir müssen froh sein, wenn es keinen neuen Formatstreit gibt.

Zweitens stellt sich die Frage: Braucht es das neue Format wirklich, oder ist es reine Zwängerei der Hersteller, nun nach der erfolgreichen Umstellung auf HD und dem 3D-Debakel nun schon die nächste audiovisuelle Eskalationsstufe in den Markt drücken zu wollen? Klar, jeder versteht, dass die Marketingabteilungen ständig nach neuen Schlagworten gieren, mit denen man Produktiterationen anpreisen und Nutzungszyklen seitens der Käufer verkürzen kann. Denn wo kämen wir hin, wenn die Leute ihren Kram auf Fernsehern schauen würden, die fünf Jahre oder noch älter sind. (Randbemerkung: Mein Fernseher ist 7½ Jahre alt.)

Aber das heisst ja nicht, dass die Konsumenten auch mitspielen müssen. „Ich pfeife auf Immersion“ weiterlesen

Die bunte Kugel jagen

Zu Weihnachten habe ich einen Sphero (Amazon Affiliate) geschenkt bekommen. (Da es ein Geschenk war, habe ich es mir verklemmt nachzusehen, wie teuer das Teil ist und kann diese Information an dieser Stelle auch nicht publik machen. Ich hoffe, man sieht mir das nach.)


Die Kugel, die sich selbst einlocht.

Der Sphero ist eine Kugel von 7,6 Zentimentern durchmesser, die farbig blinken und recht zügig über den Boden rollt. Mit gut 7 km/h kann sie abdüsen. Angetrieben wird sie von einem kugelförmigen Motor im Inneren, der sich gegenüber der äusseren Schale frei drehen kann. Die Schale soll so robust sein, dass man ihn auch draussen benutzen darf und kleinere Zusammenstösse oder Abstürze kein Problem sind. Für härtere Touren gibt es das Nubby Cover, das dem rasenden Ball auch mehr Grip verleiht. Er kann ausserdem kleine Kunststücke aufführen und tänzeln oder ansatzweise hüpfen. (Naja, fast.)

Seinen Bewegungsdrang lebt der Sphero nicht unkontrolliert aus, sondern vom Smartphone gesteuert. „Die bunte Kugel jagen“ weiterlesen

Verflixt, falsches Paralleluniversum

Mit einer gewissen Vorfreude habe ich mich neulich an die Rezeption von Parallels gemacht. Die Vorfreude rührt daher, dass dieser Film vom Plot her annähernd eine 1:1-Kopie von Sliders zu sein scheint.


Wie war nochmal mein Geburtstag?

Sliders (DVDs bei Amazon), ihr erinnert euch, ist eine Sciencefiction-Serie, die von Mitte bis Ende der 1990er Jahre in der Glotze lief: Ein Grüppchen von vier Leuten hüpft von Paralleluniversum zu Paralleluniversum. Der nerdige Physikstudent Quinn Mallory hat eine Maschine erfunden, die das ermöglicht. Doch er hat nicht bedacht, dass es nicht so einfach sein würde, die Ursprungs-Dimension wiederzufinden.

Ich finde die Ausgangslage grossartig: „Verflixt, falsches Paralleluniversum“ weiterlesen

Die Xenophoben unter den Verschwörungstheoretikern

Ist es eine Verschwörungstheorie, wenn man unterstellt, dass manche Leute die Islamophobie zum Geschäftsmodell erhoben haben? Nein, ist es nicht, befand auch die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» nach der Durchleuchtung der «Angst-Industrie». Wer gegen die Überfremdung predigt und vor dem globalen Kalifat warnt, verkauft man massenweise Bücher und stellt mit konspirativen Website selbst renommierte Publikationen in den Schatten. Hundehaufenbraune Verschwörungstheorien als Erfolgsmodell…
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Robocop zweipunktnull

Scott Meyer, scheint ein Workaholic zu sein. Nach dem erst Ende August besprochenen Weltraumschwank «Master of Formalities» hat er mit The Authorities schon wieder ein neues Buch in petto.

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Dieser Mann hat mit dem Bad-Boy-Image deutlich weniger Mühe als Sinclair Rutherford in Scott Meyers neuem Buch. (Bild: ardmediathek.de)

Ich habe es unbesehen gekauft und mit viel Vergnügen gelesen. Meyer gehört inzwischen zu den Autoren, deren Werke ich unbesehen klicke. Denn auch wenn nicht alle Bücher den gleichen Nerd-Esprit versprühen, sind sie alle äusserst unterhaltsam. Das Meyersche Erfolgsrezept ist simpel. Er sorgt für ein frühes Bonding zwischen den Hauptfiguren und dem Leser: Wenn einem die Figuren sympathisch sind, dann würde man auch über erzählerische Schwächen hinwegschauen – so, wie man gern mit guten Freunden zusammen ist, selbst wenn die wieder nur die gleichen ollen Kamellen erzählen.
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Haarschnitt, selbstgemacht

Aus technischen Gründen sind meine Langhaartage seit einiger Zeit gezählt. Ich bin nun Träger einer zeitlosen Kurzhaarfrisur, mit der ich ohne weitere Fragen in die US-Army aufgenommen werden würde. Zumindest, bis der Drill Sergeant meiner pazifistischen Grundeinstellung gewahr werden würde.

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Als Ersatz der netten Friseuse empfiehlt Philips einem dieses Teil hier.

Was nun die zeitlose Kurzhaarfrisur angeht, hat die sowohl Nachteile als auch Vorteile. Zu den Vorteilen zählt die einfache Wartung. Man kann auch das Duschgel als Shampoo nutzen, braucht weder Fön, Ondulierstab noch Haarspülung und spart sich die Kosten für den Coiffeur. (Was für die haarschneidende Zunft ein echter und bedauernswerter Nachteil ist. Allerdings hat die auch während meiner Langhaarjahre nicht enorm viel an mir verdient.) Die Nachteile sind die aus modischer Sicht fehlende Raffinesse, die fragwürdige politische Message – diesbezüglich hat der Pferdeschwanz besser gepasst – und die Notwendigkeit, einmal pro Woche oder mindestens alle 14 Tage nachzuschneiden.
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