Die automatische Bildanalyse ist da!

Neulich habe ich mit nicht geringen Erstaunen festgestellt, dass alle meine Handyfotos ohne mein Zutun bei Flickr gelandet sind. Wie in solchen Fällen üblich, zweifelt man erst einmal an sich selbst: Hat man in einer schwachen Stunde vielleicht irgendwo eine Option eingeschaltet, deren Sinn und Zweck einem unbekannt (oder egal) war? Doch da es meinem Tagi-Kollegen Rafael Zeier genauso ging, lag die Vermutung nahe, dass die Flickr-iPhone-App mit einem Update den Auto-Uploadr selbsttätig eingeschaltet hatte. Man kann ihn in den Einstellungen immerhin wieder ausschalten.

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Automatische Kategorien bei Flickr…

Wundersame Bildervermehrung in die Cloud
Zwar hat der Uploadr die Bilder nicht gleich der Öffentlichkeit anheim gestellt, sondern die Fotos als privat markiert. Trotzdem finde ich das nicht so richtig okay, zumal ich gerne selbst entscheide, auf welchem Clouddienst ich meine Bilder abladen will und wo nicht. Aber gut.

Bei der gleichen Gelegenheit ist mir aufgefallen, dass Flickr neuerdings (wie Google – siehe Zu grosser Vertrauensvorschuss) eine Bildanalyse vornimmt und die Bilder automatisch in Kategorien wie Tiere, Lebensmittel, Landschaft, Personen, Pflanzen und Fahrzeuge einteilt: Zu finden unter Du > Aufnahmen bei Magische Ansicht. In manchen Kategorien gibt es auch Untergruppen – bei Lebensmitteln Getränk, Mahlzeit und Gemüse.

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Die Tags von OneDrive…

Diese Einteilung ist nicht immer fehlerfrei. Der grösste Schnitzer erlaubt sich Flickr, indem ein (vegetarisches) Pastagericht als Tier bezeichnet wird. Aber alles in allem ist diese neue Funktion trotzdem sehr beeindruckend. So werden auch fotografische Aspekte wie Tiefenschärfe erkannt und Kategorien wie Minimalismus oder Muster zugewiesen. Man kann mit Fug und Recht behaupten: Die Zeit, die ich in die manuelle Verschlagwortung meiner Bilder investiert habe, war vergeudete Zeit. Die Software macht heute schon gut genug – und ich rechne fest damit, dass diese Bildanalyse in ein paar Jahren nicht nur Blumen erkennt, sondern Margeriten, Rosen und Vergissmeinnicht.

Auch bei OneDrive gibt es eine automatische Verschlagwortung. Diese leistet sich in einem oberflächlichen Vergleich mehr Patzer als die Flickr-Magie – so wurde ein Rüebli als Hand, der Newsroom des Tagesanzeiger als Restaurant und mein Hefeteig als Brot erkannt – trotzdem sind nur teilweise richtig verschlagwortete Bilder besser als Bilder, die gar keine Tags aufweisen.

Ich jedenfalls finde diese Technologie echt beeindruckend!

Autor: Matthias

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