Hey Zuck, what the fuck?

Facebook hat die lästige Angewohnheit, eine Warnung anzuzeigen, wenn ein Link von stadtfilter.ch gepostet wird. Ich sehe die jedes Mal, wenn ich eine unserer Radiosendungen versozialmedialisieren will und von verschiedenen Seiten hat man mich deswegen angefragt. Facebook behauptet nämlich folgendes:

Ein von dir geteilter Link scheint eventuell unsicher zu sein. Bitte lösche den Link: stadtfilter.ch
Wenn du sicher bist, dass du den Link teilen möchtest, führe die nachstehende Sicherheitskontrolle durch.
Wenn du glaubst, dass du das irrtümlicherweise siehst, bitte teile uns das mit.

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Heisst übersetzt: «Willst du dich wirklich aus dem schönen, sicheren Facebook ins grosse, gefährliche Internet bewegen?!»

Die «Sicherheitskontrolle» besteht aus einem simplen Captcha. Da fühle ich mich zu dem Ausruf gezwungen, den ihr im Titel findet. Diese Warnung hat, wie andere unbegründeten Pseudo-Sicherheitsmassnahmen, etwas Ehrenrühriges. Es wird ein Risiko unterstellt, ohne dass dieses Risiko irgendwie spezifiziert würde. Ich habe nicht herausgefunden, wodurch die Warnung ausgelöst wird. Ich habe mehrfach auf den Link geklickt und angegeben, dass die Warnung meines Erachtens ohne Grund erfolgt, ohne dass das etwas bewirkt hätte.

Es ist somit nicht möglich, etwas gegen die Diffamierung zu tun. Facebook erlaubt sich somit, vom hohen Ross herunter ganz normale Websites als unsicher zu brandmarken und stiehlt sich dann aus der Verantwortung. Ich fände die Warnung okay, wenn sie eine klar ausgewiesene Ursache hätte, die man als Website-Betreiber entsprechend eliminieren könnte. Aber so geht das nicht.

Ich spreche daher an dieser Stelle meinerseits eine Warnung aus: Wenn sich eine Website mit einem milliardengrossen weltweiten Publikum derart gebärdet, dann ist das gefährlich. Es ist eine Art von Zensur, auch wenn sie mutmasslich unabsichtlich erfolgt. Es ist ein unumstössliches Zeichen dafür, dass man Facebook nicht trauen darf.

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Die schöne, illustrative Braunfärbung stammt übrigens von mir.

PS: Auch in anderen Fällen geht es Zuck am Hintern vorbei, wenn man als Nutzer eine Meldung macht. So habe ich mit vielen anderen eine braune Hetzseite gemeldet. Resultat: Null. Da darf weiterhin fröhlich Neonazi-Propaganda betrieben werden…

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

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