Ein Netzwerk-Tool, das Lenin gefallen würde

GlassWire ist ein kostenloses Windows-Programm, das sich der Analyse des Netzwerkverkehrs widmet und durch durchdachte Funktionen und eine ansprechende optische Aufbereitung überzeugt.

In der Kummerbox-Live-Sendung Was meint Frau zur Technik? hat neulich ein Hörer eine interessante Frage gestellt. Nämlich: Wie kann er herausfinden, welche Programme seine Internetverbindung ungefragt beanspruchen? Es ist schliesslich unübersehbar, dass gerade nach dem Aufstarten ein reger Datenverkehr herrscht. Das häufige Blinken der Modemlämpchen beunruhigt manchen Internetnutzer, wie auch schon der Kummerbox-Beitrag Geheime Datentransfers unterdrücken? ausgeführt hat. Hintergrundrauschen, die automatischen Updates, Fehlerberichte und Apps, die nach Hause telefonieren – da ist es schwierig, als Anwender den Überblick zu bewahren.

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Die Berge und Täler des Internetverkehrs. (Die Blasen mit den Nummern sind die Alerts, die in der gleichnamigen Rubrik aufgezeichnet werden.)
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Letzte Worte aus dem Weltall

Wie für manche der Wettlauf ins All mit einem einsamen Tod im Orbit endete – diese Geschichte beginnt bei den beiden Brüdern Achille und Giovanni Battista Judica Cordiglia aus Turin, die mit ihrer improvisierten Funkausrüstung die Dramen des sowjetischen Raumfahrtprogramms belauschte. Der kleine Schritt für Neil Armstrong, der ein grosser Sprung für die Menschheit bedeutete – hat der auch tragische Schicksale überschattet?
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Die Wasserfrage für Teetrinker

Ein notwendiges Übel, mit dem man sich als Teetrinker herumschlagen muss (und als Kaffeetrinker genauso), ist der Kalkfilter. Hier in Winterthur haben wir recht hartes Wasser. Ziemlich hart nach der Einteilung des Schweizer Lebensmittelgesetzes (siehe Wikipeida oder trinkwasser.ch).

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Links etwas Software, rechts die Hardware gegen hartes Wasser.

Das Problem des harten Wassers kennt man: Man hat verkalkte Hähnen und WCs, muss mehr Waschmittel nehmen – und eben: Tee und Kaffee schmecken nicht so gut, wie sie es mit weichem Wasser tun würden. Und zwar nicht nur in Nuancen, sondern sehr deutlich – abgesehen davon, dass weisse Kalkflocken oder schlierige Filme in Kanne und Tasse keine Freude sind und der Kalk auch die Crema des Kaffees killt. „Die Wasserfrage für Teetrinker“ weiterlesen

Hommage an die Enterprise

Es gibt Leute, von denen ich meinen Hut ziehe, und die ich gleichzeitig für komplett verrückt halte. Ein solcher Fall ist Vic Mignogna. Das ist das Mastermind hinter Star Trek Continues, einer Webserie, die auf den Spuren von ST:TOS wandelt. «Star Trek: The Original Series», hierzulande bekannt als Raumschiff Enterprise.

Vic Mignogna und sein Team haben sich der Mission verschrieben, die Star Trek-Abenteuer fortzuschreiben und den «Spirit» von Kirk, Spock, Bones und Scotty aufleben zu lassen. Und zwar nicht einfach nur irgendwie, sondern originalgetreu bis ins letzte Detail. „Hommage an die Enterprise“ weiterlesen

Viel Gewohnheit und ein bisschen Magie

Seit einer Woche trage ich ein iPhone 6 mit mir herum. Das ist ein Testgerät von Apple, das auch im Tagi besprochen wird. Bis dahin hat hoffentlich niemand etwas dagegen, wenn ich im Blog hier meine strikt persönliche Meinung über diesen Fetisch der modernen Kommunikationstechnologie vom Stapel lasse.

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Okay, vor dem Foto hätte man noch die Fingerabdrücke abwischen können.

Das iPhone ist auch in der neuesten Auflage die klarste Umsetzung des generischen Konzepts eines Smartphones. Klare Linien, gefällige Form, kein Schnickschnack – wenn man von den breiten grauen Linien oben und unten auf der Rückplatte absieht, die IMHO nicht zum minimalistischen Gehäusedesigns passen. Eine edle Verpackung von beeindruckenden inneren Werten. Und ja: Was an Rechenleistung, Bildschirmbrillanz, Kommunikationspower und Sensorik in dem Gerät steckt, ist fantastisch.
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Lohnt sich eigentlich diese Twitterei?

Lohnt sich eigentlich diese Twitterei? Die Antwort auf diese Frage hängt massgeblich davon ab, weswegen man Twitter mit seinen Weisheiten behelligt. Denn bekanntlich gibt es dafür ganz unterschiedliche Motivationen. Eine nicht unwesentliche Gruppe nutzt Twitter dazu, Dampf abzulassen. Für sie ist es Lohn genug, wenn sie mit ein paar wohlplatzierten Tweets den Herzinfarkt und das Hirnaneurysma für ein paar Tage aufschieben kann. Twitter ist für viele eine ergiebige Push-Informationsquelle. Es gibt die, die vor allem mitlesen, und viele halten Twitter inzwischen für das beste Breaking-News-Medium überhaupt. Andere sind zufrieden, wenn sie einen Promi stalken können. Es existieren sogar Leute, die Facebook nicht begriffen haben und ihre Clique daher via Kurzmitteilung pflegen.

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Twitter-Analytics verrät, welche Tweets verfangen – und welche nicht.

Habe Sendungsbewusstsein, fordere Gehör!
Und dann gibt es die, die Favoriten-Sternchen sammeln ihr Publikum pflegen und auf jeden Retweet schielen. Für die ist die Reichweite ein Thema – denn diese Gruppe hat ein Sendungsbewusstsein und fordert Gehör. „Lohnt sich eigentlich diese Twitterei?“ weiterlesen

Ein Schieberlein gegen Big Brother

In letzter Zeit treffen bei der Kummerbox noch mehr Fragen als sonst zu möglichen Spionagefällen ein. Viele Leute fürchten sich ein bisschen vor ihren eigenen Geräten: Hockt da eine Software drin, die mich aushorcht? Oder glotzt mir sogar jemand durch die eingebaute Kamera ins Gesicht?

Klappe zu, Hacker draussen
Ist das paranoid oder doch nicht komplett unbegründet? Genaues weiss niemand nicht. Mit manchen Leuten, die sich verfolgt fühlen, dürfte die Fantasie durchgegangen sein. Erst letzte Woche habe ich ein längeres Telefongespräch mit einer Dame geführt, die sich nicht mehr sicher vor ihren Nachbarn fühlt. Es kann gut sein, dass sie an sich harmlose Vorkommnisse falsch interpretiert und überbewertet. Aber vielleicht ist einer der Nachbarssöhne tatsächlich das technische Wunderkind, für das sie ihn hält – und ihr Computer entsprechend verwanzt.

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Offen…

Die grossflächige Schnüffelei ist real, daran gibt es leider keinen Zweifel. Die Angst vor gezielten Angriffen unter Nachbarn, Konkurrenten, Neidern oder Hassern scheint mir im Schnitt überzogen. „Ein Schieberlein gegen Big Brother“ weiterlesen

What is wrong with you people?

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Er war in einem früheren Leben Landschaftsgärtner.

Über The Simpsons: Tapped Out habe ich in diesem Blog auch schon hergezogen. Nun ist es leider so, dass ich bar jeder Vernunft meine Zeit noch immer mit diesem Ärgernis in APK-Form vergeude. Ich habe deswegen schon angefangen, an meinem Geisteszustand zu zweifeln.
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DDR-Sprech

Ein Podcast, den ich nicht lückenlos, sondern je nach Thema höre, ist Staatsbürgerkunde von Martin Fischer. Es geht, wie die Unterzeile verrät, um das Leben in der DDR. Martin Fischer, der mit seiner Familie 1989 aus der DDR ausgereist ist, spricht mit seinen Eltern über Leben und Alltag und über einzelne Themenkomplexe.

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Als ich es in den Osten Deutschlands geschafft hatte, war der neue Kleber schon drauf.

Die DDR ist ein spannendes Thema. Ich erinnere mich vage, noch als Teenager meinen zweiten oder dritten Artikel für den Landboten über die ostdeutsche Sängerin Barbara Thalheim geschrieben zu haben, die wegen ihres Namens in meiner ehemaligen Wohngemeinde Thalheim hätte auftreten wollen. Aus dem Konzert und der Idee des Interviews ist nichts geworden, weil die Sängerin nicht ausreisen durfte, was für mich als Jungjournalist eine verpasste Chance war.
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Der Amerikanische Traum ist eigentlich ein Todesmarsch

Was für ein schrecklicher Horrortrip! The Long Walk (Deutsch: Todesmarsch) von Richard Bachman alias Stephen King war etwas vom Quälendsten, das sich seit langem gelesen, bzw. gehört habe. Nicht, dass das Buch schlecht wäre – ganz im Gegenteil. Im Bereich der Allegorien ist mir seit langem nichts Besseres in die Finger gekommen. Aber das viele Leiden, an dem man Anteil nimmt. Die Qual. Das Sterben. Es ist einfach grauenhaft.

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Immer weiter, immer weiter… (Bild: Kelly Teague/Flickr.com)

Das Buch hat eine fadengrade Handlung. Es erzählt den langen Marsch der Hauptfigur Raymond Garraty, plus den 99 Mitmarschierenden. In einem dystopischen US-Amerika gewährt dieser Marsch den 14- bis 17-jährigen Teilnehmern die Chance, ihrer trostlosen Zukunft zu entfliehen und das restliche Leben in Luxus und Reichtum zu verbringen. Allerdings kommt nur ein einziger durch. Denn die Regeln des Marsches sind hart. Die Laufgeschwindigkeit darf nie unter vier Meilen pro Stunde oder 6,4 Kilometer pro Stunde fallen, was ein schnelles Marschtempo darstellt. „Der Amerikanische Traum ist eigentlich ein Todesmarsch“ weiterlesen