Das gleiche in Grün für PNGs

Ich habe neulich im Beitrag JPGs kleinkriegen den Dienst von jpegmini.com beschrieben, mit dem sich JPG-Dateien verkleinern lassen. Der ist so praktisch, dass ich ihn inzwischen gerne und häufig benutze (manchmal sogar am iPad).

140819-tinypng.png
Dieser Screenshot wurde mit dem Windows Snipping Tool erstellt (203 KB). TinyPNG hat die Grösse um 57 Prozent auf 87.7 KB reduziert. Normalerweise würde ich diese Datei wegen des Verlaufs und des Bambus’ als JPG speichern.

Nun besteht die Welt nicht nur aus JPGs (ähhh… zum Glück!). Ich brauche auch sehr gern das PNG-Format. Für die, die das nicht kennen: Es ist eine Art besseres GIF, das sich für einfache Motive mit uniformen Farbflächen eignet. Es komprimiert ohne Verlust und kann, nebst der 24-bit-Farbtiefe auch mit reduzierten Paletten arbeiten. Das erhöht die Qualität bei trotzdem kleiner Dateigrösse, wenn ein Bild nur über eine relativ kleine Anzahl von Farbnuancen verfügt. Das ist bei Screenshots häufig der Fall, aber auch bei schematischen Darstellungen und Infografiken. Bei diesen Motiven generiert die verlustbehaftete Komprimierung von JPG unschöne Farbtreppen und die typischen Klötzchen-Artefakte. Bei PNG gibt es die nicht. PNG kann auch Transparenzen enthalten und unterstützt sogar Animationen. Allerdings trifft man die selten an, weil auf dem Gebiet noch immer das GIF dominiert.

Kurz und gut: Das JPG nehme ich für fotorealistische Motive und Screenshots mit vielen Farbabstufungen, beispielsweise wenn Fotos oder Farbverläufe sichtbar sind. Für einfache, schematische und irgendwie abstrahierte Dinge muss das PNG herhalten. Ich erstelle die Dateien normalerweise mit Photoshop, wo man genau bestimmen kann, wie viele Farben die Palette enthalten soll. So bestimmt man die optimale Palette fürs Bild und erhält die beste Qualität bei möglichst kleiner Dateigrösse. Ich hoffe, die mobilen Nutzer wissen es zu schätzen, dass beim Lesen dieses Blogs ihr Datenkontingent nicht über Gebühr strapaziert wird! 😉

Wenn ich PNG-Dateien exportieren muss und kein brauchbares Bildbearbeitungsprogramm zur Hand habe, dann benutze ich tinypng.com. Das ist, verglichen mit jpegmini.com, das gleiche in Grün1.

Der Arbeitsweise ist simpel: Man lädt das Bild hoch, indem man sein Bild oder seine Bilder per Maus auf Drop your .png files zieht oder auf den Link klickt und über den Dateidialog auswählt. Dann lässt man den Dienst machen und lädt die optimierte Version herunter. Optionen gibt es keine – man muss darauf vertrauen, dass der Panda alles richtig macht.

TinyPNG funktioniert mit iOS leider nicht vernünftig. Das liegt daran, dass man in Apples mobilem Betriebssystem keine Kontrolle über die Dateiformate hat und der Dienst Bilder nur dann optimiert, wenn sie bereits als PNG vorliegen. Eine Konvertierung von JPG oder Tiff wäre wünschenswert.

Footnotes

  1. Es fällt auf, dass Wikipedia die Formulierung «dasselbe in Grün» (anstelle von «das gleiche in Grün») benutzt. Das hat mit dem alten Unterschied zwischen dasselbe und das Gleiche zu tun, den wir Schweizer normalerweise nicht beherrschen, weil es «dasselbe» im Schweizerdeutschen gar nicht gibt. Der Unterschied wird aber schön vom Zwiebelfisch-Abc des Spigel erklärt. Und es gibt ein nettes Video aus der «Sendung mit der Maus» zu dem Thema:

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Autor: Matthias

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