Bekenntnisse eines teetrinkenden Nerds

Nein, mir sind die Tech-Themen nicht ausgegangen. Aber der Mensch braucht Abwechslung – sowohl thematisch als auch bei den Dingen, die er sich zwecks Erfrischung und Stärkung täglich zuführt.

Ich bin, wie Leute in meinem Umfeld immer wieder amüsiert bis schockiert zur Kenntnis nehmen, Teetrinker. Ich wirke augenscheinlich wie ein typischer Koffein-Abhängiger, weswegen meine getränketechnischen Vorliebe bei meinem Gegenüber zur augenblicklichen Kontradiktion zwischen Realität und Erwartungshaltung bis hin zu einer Erschütterung des Weltbildes führt: Einer, der sich als Nerd bezeichnet und Tee trinkt! Das kann ja gar nicht sein!

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Teatip Number one.

Ich verstehe diese Reaktion. Ich gehörte in der Tat bis zum Sommer 2011 zu den Kaffeemissbrauchern. Ich habe es zwar nie, wie andere notorische Peers, auf eine zweistellige Zahl von Tassen pro Tag geschafft. Aber es war genug, dass sich mein Körper, genauer: mein Magen gegen mich verschworen hat. Ich fügte mich somit in mein Schicksal. Es war ja schliesslich nicht so, dass ich die Schokolade hätte aufgeben müssen. Seitdem starte ich mit einem Tee in den Tag.
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Keinen schlechten Film zweimal sehen!

Nachdem ich mir neulich mit einem gewissen Genuss Ridley Scotts Alien-Prequel Prometheus zu Gemüte geführt hatte, verfiel ich auf die Idee, die ersten drei Teile der Saga um Gigers Weltraummonster Revue passieren zu lassen. Bei der zweiten, von James Cameron direktierten Folge Aliens war ich mir nicht mehr sicher, ob die Streifen trotz des leicht moderigen 1980-er-Jahre-Flairs taufrisch für mich war oder ob ich den Streifen vielleicht doch schon mal gesehen hatte (möglicherweise im Halbschlaf?). Ich entschied mich, ihn als neu zu betrachten und beurteilte «Aliens» trotz einiger rührseliger Momente zwischen Newt und Ripley weniger schwülstig als «Avatar», was Sigourney Weaver lobend angerechnet werden muss. Am Schluss des Films tauchte wiederum das Gefühl auf, ich hätte zumindest das Ende schon einmal konsumiert. Aber eindeutig klären liess sich der Sachverhalt nicht.

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Mein Letterboxd-Profil bis dato. Wer mir folgen will, kann das hier tun.

Ein unhaltbarer Zustand. Es geht mir häufig so, dass ich viel zu spät merke, wenn ich einen Film schon einmal vor Augen hatte. Im Fall eines guten Films ist das kein Problem. Dank meines lückenhaften Erinnerungsvermögens sind mir so viele Details zum Plot abhanden gekommen, dass ich den genauso geniessen kann wie beim ersten Mal – es lebe die Vergesslichkeit! Doch wenn ich feststellen muss, dass ich mich mit einem Film bereits schon früher einmal langweilte, dann ist das nichts weniger als unverzeihlich.
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Lord James of Blackheath und seine 750000 Tonnen Gold

Manche leben zweimal – doch ob es die Hauptfigur in unserer Verschwörungstheorie ein einziges Mal gab, ist nicht so ganz klar. Der Mann könnte der wahre Goldfinger sein, zumindest wenn das wahr ist, was am ersten November 2010 vor dem britischen Parlament enthüllt wurde – eine Verschwörung, die alle Dimensionen sprengt, die man uns in Polit- und Agententhrillern je zugemutet hat. Der Urheber der Theorie war nicht Ian Fleming, sondern Lord James of Blackheath – was die Sache aber auch nicht glaubwürdiger macht…
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Die Kunst des Hashtaggings

Ich bin bekennender Metadaten-Fanatiker. Sie sind der Schlüssel, um die eigenen digitalen Medien in den Griff zu bekommen. Sie sind auch unverzichtbar zur Kontrolle überbordender Kommunikation auf den sozialen Medien – nicht zuletzt, weil man sie stummschalten kann.

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Der richtige Hashtag ist (eine) Kunst. (Bild: vandalog/Flickr.com)

Nun haben die Hashtags einen Nachteil: Man kann die Leute nicht zwingen, sie konsistent und sinnvoll einzusetzen. Da gibt es die Leute, die quasi jedes zweite Wort verhashtaggen (gäll, Melzi). Da gibt es die Typen, mittels eines tendenziösen Hashtags einem vermeintlich neutralen Tweet einen «spin» verleihen (dazu gehöre ich). Ein Problem, mit dem auch seriöse Hashtagger kämpfen, ist die Wahl des massgeblichen Tags. Das haben wir beim European Song Contest sehen können. „Die Kunst des Hashtaggings“ weiterlesen

Wieder mal Cablecom-Ärger!

Nachdem die UPC-Cablecom mich längere Zeit zur vollen Zufriedenheit mit Internet und Digitalfernsehen versorgt hat, komme ich nicht darum herum, sie wieder einmal zum «Schinken des Monats» zu erklären. Für die Leute, die sich wundern: Der «Schinken des Monats» ist aus unerfindlichen Gründen die Rubrik in diesem Blog, in der ich meine Tiraden vom Stapel lasse. Mit Schinken hat das eigentlich nichts zu tun, aber da ich auch den Monatsrhythmus nie einhalte, ist das letztlich völlig egal.

Erst Fernsehpanne, dann Internet weg
Angefangen hat die Sache, als die Qualität beim Digital-TV kontinuierlich abnahm. Immer mehr Artefakte, Tonaussetzer bis hin zu dem kompletten Signalverlust. Glücklicherweise hatte ich wie hier beschrieben die Box von Wilmaa zum Testen da, sodass ich notfalls auf die ausweichen konnte. „Wieder mal Cablecom-Ärger!“ weiterlesen

Atomkrieg? Nein, danke!

Neulich habe ich darüber geschrieben, wie man die Menschheit mit einer im Labor gezüchteten Seuche ausrottet. Das ist schön und gut, aber für uns, die wir im Kalten Krieg aufgewachsen sind, ist das nicht die wahre Urangst. Die dreht sich um unerwartet in die Höhe steigende Pilze – furchtbar und majestätisch in einem.

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So sieht ein erfolgreicher Erstschlag aus!

Natürlich gibt es auch zum Atomkrieg das passende iOS-Spiel. «First Strike» heisst es. Es ist für 4 Franken im iTunes App Store und bei Googe Play erhältlich. Und es ist obendrein eine Schweizer Produktion, von der Zürcher Agentur Feinheit. Wieso auch nicht? Wenn wir hier schon für viele Milliarden Atomschutzkeller gebaut haben, dann können wir das Thema auch game-mässig bewirtschaften. Und dass der Atomkrieg als Unterhaltung taugt, hat schon War Games bewiesen.
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Erst der Ehrgeiz, dann das Vergnügen

Winterthur begeht dieses Jahr das 750. Jubiläum des Stadtrechts. Wir waren deswegen schon an der einen oder anderen Veranstalung; beispielsweise bei der öffentlichen Lesung aus dem Stadtliebe-Blog, wo es Interessantes zum Verhältnis von Stadthistoriker Johann Conrad Troll zur Kartoffel zu erfahren gab (Rek­tor Troll schreibt über die Kar­tof­fel und Rek­tor Troll schreibt noch­mals über die Kar­tof­fel) – nebst vielen anderen Begebenheiten aus der Geschichte der Stadt.

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Ein lauschiger Aussichtspunkt…

Nun ist mir zu Ohren gekommen, dass es zur 750.-Jahr-Jubiläum einen neuen Weg um die Stadt herum gibt, eröffnet am 25. Mai 2014. Da ich zu Spontan-Projekten neige und diese Woche Ferien habe, dachte ich mir, ich könnte doch einmal per Velo abfahren. Denn wozu soll so ein Weg sonst gut sein?
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Höhenflüge und ihr abruptes Ende

Klar, jeder kennt «Doodle Jump». Das ist ein ebenso populäres Spiel wie «Plants versus Zombies» oder «Cut the rope» – wenngleich nicht ganz so bekannt wie «Angry Birds». Ich kannte es schon länger dem Namen nach, und habe es für meinen Artikel Die Neige-Spiele endlich einmal ausprobiert. Und schreibe hier eine kurze Besprechung, für alle die, denen es ebenso geht wie mir – die den Namen kennen und sich fragen, ob sie damit Zeit vergeuden sollten.

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Links, im Original-Look: Mit der Rakete geht es rasant obsi.
Rechts, mit Dschungel-Theme: Den Insekten ausweichen oder sie wegballern.

Jedenfalls kann man mit «Doodle Jump» (kostenlos für iOS, 1 Franken ohne Werbung und mit Zusatzfunktionen für iOS, kostenlos für Android auf Google Play) hervorragend Zeit vergeuden. Der Titel verrät schon einiges: In einer Strichzeichnungs-Welt will man als kleiner Elefant hoch hinaus. „Höhenflüge und ihr abruptes Ende“ weiterlesen

Ein Blogpost, drei Hörbuchbesprechungen

Ich habe einen neuen Lieblingsautor. John Scalzi heisst er und hat sich dem Genre des Sciencefiction verschrieben. Dieses Genre hat mir vergleichsweise viele Enttäuschungen beschert. Es verspricht, einfach zu sein: Wenn man als Autor über ein bisschen Fantasie verfügt und dieser freien Lauf lässt, kann eigentlich nichts schief gehen. So würde man meinen. Doch Fantasie reicht nicht. Es braucht auch das Talent, the Human Condition in eine andere Umgebung und Epoche zu verpflanzen und trotzdem glaubwürdig und interessant zu sein. Denn auch wenn wir Nerds das erwarten würden: Eine nur von toller Technologie und exotischen Schauplätzen dominierte Geschichte trägt nicht.

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So endet es immer. (Bild: memory-alpha.org)

Ich bin über Redshirts 1 – die ausführliche Beschreibung enthält viele Spoiler und wurde darum in die Fussnoten verbannt – gestolpert. Es enthält ein bisschen Zeitreise und, wie der Titel verrät, viele schöne Anspielungen an «Star Trek». Es geht um die Rothemden, die schon in der Originalserie nur deswegen sterben müssen, damit der Zuschauer erkennt, wie gefährlich die Missionen von Kirk, Spock und Bones sind, und wie tapfer und geschickt sich die Hauptfiguren durch ihre Abenteuer kämpfen. „Ein Blogpost, drei Hörbuchbesprechungen“ weiterlesen

Ich denk ich dreh am Rad

Bei Gyro(s) denkt ihr natürlich an einen griechischen Fleischspiess. Das Wort besagt aber nur, dass das Fleisch über dem Feuer gedreht wird und entsprechend geht es beim Spielchen Gyro Xtreme nicht darum, möglichst viel virtuelles Schweinefleisch zu vertilgen, sondern einen Kreisel am Bildschirm geschickt zu drehen.

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Wie ein Fleischspiess. Nur ohne Fleisch, dafür mit heranfliegenden Kugeln.

Der Kreisel bei diesem Spiel für Mobilgeräte (Android, 1 Franken im App-Store für iOS) besteht aus einem Kreis mit drei gleichgrossen Segmenten in Magenta, Cyan und Gelb – wobei man in den Optionen auch andere Farbkombinationen wählen kann – den man per Finger um seine eigene Achse dreht. „Ich denk ich dreh am Rad“ weiterlesen