So müsste man bloggen!

Ich gebe zu, ich bewundere Chuck Lorre. Natürlich, weil er ein echtes Multitalent ist und nicht nur komponiert, Drehbücher schreibt und diverse Erfolgsserien entwickelt hat, namentlich die Serie für uns Nerds, «Big Bang Theory». Vor allem aber verdient er meine Bewunderung, weil er eine echt coole Methode fürs Bloggen gefunden hat.

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So geht Bloggen ohne CMS!

Er schlägt sich nämlich nicht mit einem sperrigen CMS herum. Er braucht keinen Hoster. Er muss sich nicht mit Kommentaren herumschlagen – denn er bloggt via Fernsehen, über die so genannten Vanity cards. Das ist eine Bildtafel, die am Ende des Abspanns für eine knappe Sekunde zu sehen ist, und deretwegen ich jedes Mal die Wiedergabe stoppe. Dort stehen dann seine persönlichen Beobachtungen drin – Kommentare zu seinem Leben, seiner Arbeit, durchaus auch mit politischen Untertönen. Auch eine sehr persönliche Botschaft an seinen Vater war bei diesen mit «Chuck Lorre Productions» überschriebenen Botschaften schon dabei.

Zwei Nachteile hat die Sache allerdings. Erstens zensurieren die Fernsehanstalten diese Blogs gelegentlich. Die Fernsehanstalten hierzulande tun das, indem sie die Abspänne einfach weglassen – was ich übrigend eine Unverschämtheit gegenüber den Machern finde. So wie ein Maler das Recht hat, sein Werk zu signieren, muss man einem Schauspieler, Produzenten, Kameramann oder Kabelträger seinen Credit zubilligen, finde ich. Bei den Privatsendern verstehe ich das am allerwenigsten – die, die ihr Programm mit Tonnen von Trailern zumüllen, könnten problemlos ein paar Sekunden für die Abspänne freischaufeln.

Laut einem Artikel von variety.com werden die Vanity Cards mitunter auch mit Absicht zensuriert, weil sie «Wörter enthalten haben, die den Zensor in Verwirrung stürzten».

Das zweite Problem ist, dass bei diesen Vanity Cards alles auf einer Seite platz haben muss, weil man selbst bei HD-Sendungen die Schrift nicht beliebig klein machen kann. Das Gebot der Stunde ist, sich kurz zu fassen. Wie die Leser dieses Blogs wissen, wäre das nicht meine Stärke…

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

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