Zart, empfindsam und sanft

Irgendwann in den Nullerjahren muss es gewesen sein, als ich mich eine spontane Erkenntnis überfiel. Mein Gesicht sähe in glatt langweilig aus, stellte ich fest und leitete aus dieser Einsicht den Entschluss ab, fortan mit einem hipstermässigen Ein- bis Dreitagebart durchs Leben gehen zu wollen. Wer mich kennt, weiss, dass ich die Weltanschauungen der vielgescholtenen Nerds insofern teile, als dass Bekleidung, äussere Erscheinung und genereller Habitus weniger von modischen Überlegungen geprägt sind, als vielmehr vom Wunsch nach Einfachheit und Funktionalität.

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Die Länge muss stimmen.

Das hat man mir, es muss gesagt sein, auch schon als Nachlässigkeit ausgelegt, und es gibt Leute, die behaupten, ich würde nicht mehr als zwei Jeans und drei T-Shirts mein Eigen nennen. Das ist definitiv unwahr, aber es kann nicht bestritten werden, dass ich einen gewissen Unwillen hege, mich allzu intensiv mit Äusserlichkeiten zu beschäftigen. Der Kauf von Hosen war mir selbst da schon ein Gräuel, als ich noch eine knabenhafte Figur mein eigen nannte und mich nicht mit den abartigen, nicht auf die wahrhaftigen Proportionen echter Männer ausgelegten Schnitte dieser im Jugendwahn verhafteten Hosenläden wie Jack&Jones herumquälen musste. Echt! Skinny fit ihr euch doch selbst, danke schön!

Aber es geht hier eigentlich um meine Gesichtshaut, die nun mal nicht so gern glattgeschoren wird, weil sie halt – und auch das muss nun in aller Offenheit dargelegt werden – zart, empfindsam und sanft ist. Und nichts weniger als das. Wie auch immer. Ob aus einer dermatologischen Notwendigkeit heraus oder aus reiner Bequemlichkeit – ich benötige jedenfalls einen Bartschneider. Bis anhin habe ich ein Gerät benutzt, das als Langhaarschneider auch das Haupthaar trimmt. Da ich aber entgegen dem Eindruck, der zu Beginn dieses Postings entstanden sein könnte, nicht abgeneigt bin, meinem Körper und mir etwas Gutes zu tun, sollte es nun ein dezidiert ein dediziertes Gerät sein, das einzig und allein dem Zweck dient, meine Kinnpartie zu hegen und zu pflegen. Und es ist schliesslich unbestreitbar, dass die Haare am Kinn andere Eigenschaften aufweisen als die auf dem Kopf. Die Stoppeln sind härter und sperriger als anderswo am Körper und ausserdem besonders exponiert.

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Was abgeschnitten wurde, wird hier eingesaugt.

Durch längere Recherchen bin ich nun auf den QT4090 Vacuum gestossen, einen Bartschneider von Philips. Der erfüllt seine eigentliche Aufgabe, wie das zu erwarten ist. Er hat obendrein ein Merkmal, das Nerds und faule Menschen gleichsam beglückt. Die erwähnte Vakuum-Funktion saugt die abgetrennten Barthaare nämlich in ein Behältnis, sodass das Waschbecken nur minimal versaut wird und mit ein paar Handbewegungen gereinigt werden kann.

Kurz und gut: Das Teil verdient das matthiassche Seal of approval in Nerdfragen, auch weil es eine hübsche LED-Anzeige hat, die nicht nur den Ladestand des Akkus anzeigt, sondern auch die Schnittstufe in Millimetern. Es gibt zwei extra Scherköpfe, einer davon für besondere Trimmbedürfnisse und einer zur Kürzung auf 0,5 Millimeter. Für die Konturen kann man den Rasierer aber auch ohne Scherkopf benutzen. Und die Turbotaste saugt die Haare an, die im Kopf hängen geblieben sind.

Autor: Matthias

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