Ein Fünfer für Simpson-me

Vielleicht kennt Ihr die Website fiverr.com? Sie vermittelt Aufträge, so genannte Gigs, wobei diese alle eines gemeinsam haben. Sie kosten fünf Dollar – zumindest in der Basisversion. Es kann sein, dass für Extradienstleistungen auch Extra-Kosten anfallen.

Es gibt einen bunten Strauss von Anbietern, die unglaubliche Dinge für fünf Dollar tun. zackmiller84 zeichnet für den Fünfer ein «amazing testimonial», d.h. ein «fantastisches Attest» aus. Wenn ihr also ein Produkt zu bewerben habt und für euer Video begeisterte Nutzer sucht, dann ist zackmiller84 euer Mann. (Ich nehme nicht an, dass er für den Fünfer das Produkt auch wirklich testen wird.)

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Simpsons-me (im Original in einer Auflösung von 4365 × 2729 Pixeln).

Okay, das ist gleich für den Anfang ein etwas anrüchiges Beispiel, das das Vorurteil zu bestätigen scheint, dass es käufliche Medienleute gibt. zackmiller84 ist nämlich ein «ehemaliger Fernsehreporter», der mutmasslich einen Karriereknick erlitten hat und sich nun auf Fiverr verdingt. Wenn ihr ihn im fünften Kickstarter-Video seht, dann wisst ihr schon mal, wo ihr euer Geld nicht investieren müsst.

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Die Zukunft ist eigentlich ein alter Hut

Als Mensch mit einer Affinität für Technik, der ab und zu seine Nase in ein Buch steckt, kommt man um Daniel Suarez nicht herum. Der Mann schrieb mit Daemon und «Freedom™» zwei Bücher, in denen technologische Errungenschaften eine Rolle spielen, die in unserer näheren Zukunft wahr werden könnten. Es gibt auch Beispiele, bei denen man behaupten könnte, Suarez’ Ideen seien von der Wirklichkeit eingeholt worden. Da sind die selbst fahrenden Autos, die zumindest als Prototypen schon auf unseren Strassen unterwegs sind. Das «Darknet» könnte demnächst mit Google Glass über uns hereinbrechen. Bei Kill Decision geht es um Drohnen und um Schwarmintelligenz. Diesem Titel habe ich mich verweigert, weil er das Potenzial birgt, sehr militaristisch zu werden – zumal Suarez in den ersten beiden Büchern beweist, dass er auch Armeefiguren und deren High-Tech-Spielzeug nicht abgeneigt ist. Auch im neuesten Buch gibt es ein bisschen davon, aber im erträglichen Rahmen.


Der Autor und Hörbuch-Sprecher beim Gespräch mit Leo Laporte.

Bei «Influx» geht es nun um den technischen Fortschritt an sich. „Die Zukunft ist eigentlich ein alter Hut“ weiterlesen

Sherlock zum Nulltarif

Kollega Jan Rothenberger hat mir neulich den Tipp gegeben, dass man sich bei Librivox diverse Geschichten von Sherlock Holmes bzw. Arthur Conan Doyle als kostenlose Hörbücher anhören kann.


Auf so einem hübschen Kopfhörer muss ein tolles Hörbuch laufen…

Mir ist eingefallen, dass ich Librivox vor Urzeiten vorgestellt hatte, nämlich am 23. April 2007 als «Tipp der Woche» – und eigentlich selbst wieder einmal nutzen könnte:

Auf der Website www.vorleser.net finden sich rund vierhundert Hörbücher im MP3-Format zum Gratis-Download. Das Angebot aus Leipzig ist legal. „Sherlock zum Nulltarif“ weiterlesen

Das dreckige Dreifachdutzend

Manchmal könnte man den Eindruck bekommen, dass die Softwarewelt nur noch aus Apps besteht und klassische Anwendungsprogramme (für Desktop-Betriebssysteme) keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Es scheint, als ob für Windows jedes erdenkliche Programm schon vor Jahren geschrieben sei. Als Anwender muss ich mich damit begnügen, hie und da ein Update zu installieren, das Kompatibilitäts-Anpassungen vornimmt und manchmal eine modernisierte Oberfläche bringt. Das ist Zeichen der Reife, über das man sich freuen kann.

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Windows 8 verrät in der Sortierung nach «Verwendung», welche Applikationen man oft startet.

Aber es eben auch reichlich langweilig. Besonders für Leute wie mich, die die Blüte der Software-Kreativität miterlebt haben. Da entstand eine vielfältige Shareware- und Freeware-Szene, wo aus kleinen Hobby-Projekten über mehrere Versionen leistungsfähige Werkzeuge heranwuchsen, die ihrem Schöpfer ein Auskommen ermöglichten. „Das dreckige Dreifachdutzend“ weiterlesen

Alles bleibt anders

Die publizierende Branche ist im Umbruch – und nicht bleibt, wie es war. Oder doch? Im Gespräch mit Roger Spindler arbeiten wir einige Konstanten heraus, auf die sich Kreative und Produktive verlassen können, auch wenn Print unter Druck ist, sich die Mediennutzungsgewohnheiten ändern und globale Konzerne wie Google Ambitionen haben, immer noch mehr Werbegelder an sich zu binden.


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JPGs kleinkriegen

Wer schon einmal eine JPG-Datei gespeichert hat, der weiss, was das Wort Gratwanderung bedeutet. Es geht um die Frage, wie stark man die Datei komprimieren soll. Da man als verantwortungsbewusster Webmaster seinen (womöglich per Handy surfenden) Gästen möglichst wenig Daten aufhalsen will, möchte man seine Dateien möglichst klein halten. Umgekehrt sind stark komprimierte JPG-Dateien hässlich. Es entstehen die typischen Artefakte: Kästchen, Farbsäume und -abrisse bei flächigen Farben, und generell wirken Bilder schummrig und verwaschen, wenn man zu geizig mit den Bits verfährt. Dem geneigten Leser dieses Blogs wird aufgefallen sein, dass ich meine Bilder oft relativ stark komprimiere – was daran liegt, dass diese Site seit bald 15 Jahren beim gleichen Hoster läuft und die Festplattenkapazität für den virtuellen Server in dieser Zeit nicht wesentlich erhöht wurde. (Und ich zu faul bin, deswegen zu reklamieren).

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Artefakte stehen ihr nicht.

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Fotos von Getty einbetten?

Die Bildagentur Getty Images hat dieser Tage ihr Tool zum Einbetten von Bildern vorgestellt. Mit dem kann man Bilder kostenlos in sein Blog platzieren. Ich habe die Meldung von Gizmodo.com via Facebook weitergeleitet, weil ich das grundsätzlich eine gute Sache finde. Es gibt uns Bloggern bei der Suche nach Bildern eine weitere Möglichkeit an die Hand.


Alles hat seinen Preis – auch hübsche Bilder.

Nun gab es sogleich Kritik unter meinem Beitrag:

Wirklich ein «heisser» Tipp – wenn auch nicht in Deinem Sinne: «Getty Images oder von Getty Images beauftragte Dritte dürfen Daten im Zusammenhang mit der Nutzung des eingebetteten Viewers und eingebetteter Getty Images-Inhalte erfassen und im eingebetteten Viewer Werbung anzuzeigen oder seine Nutzung kommerziell auszuwerten, ohne Sie hierfür zu entschädigen.» (Nutzungsbedingungen)

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Der Geschmack von Lisbeths Intim-Piercings

War es wirklich ein Herzinfarkt – oder war es Mord? Das düstere Saga Stieg Larssons ist nicht nur ein gewalttätiges Gegenstück zur freundlichen Welt von Astrid Lindgren, sie setzt sich in der Realität mit erbitterten Erbschaftsstreitigkeiten, Prozessen, Behauptungen und Gegenbehauptungen und mit einer Verschwörungstheorie fort, die den ermordeten ehemaligen Ministerpräsident Schwedens, Olof Palme ins Spiel bringt.


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Was wäre ich ohne die mittlere Maustaste!

Manchmal sind es die kleinen Pannen, die einem unbewusste Gewohnheiten vor Augen führen. Ich war mir beispielsweise nicht bewusst, wie intensiv ich die mittlere Maustaste benutze. Das ist die, die bei meiner Logi-Maus (M310) gar nicht als Taste ersichtlich ist. Es handelt sich nämlich um das Scrollrad, an dem man nicht nur drehen kann. Wenn man es runterdrückt, dann wird ein Mittelklick ausgelöst.

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Ohne die mittlere Taste unbrauchbar! (Bild: Nina Matthews/Flickr.com)

Aus irgend einem Grund funktionierte er letzte Woche nicht mehr. Das hat mich bei der Arbeit im Browser extrem behindert. „Was wäre ich ohne die mittlere Maustaste!“ weiterlesen

Liedtexte für Mitsängerinnen und Mitsänger

Vorab ein Versprechen: Ich habe nicht vor, irgendjemanden mit meiner Stimme zu belästigen. Zumindest singenderweise nicht. Es reicht völlig, wenn ich das Internet mit Podcasts wie der Verschwörungstheorie der Woche zutexte. Also: Kein Auftritt von mir bei «The Voice of Switzerland».

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Bitte die Zeile in fetter Schrift jetzt singen!

Wer nun aber das Bedürfnis verspürt, in den eigenen vier Wänden die Stimmbänder nicht nur zur Interaktion mit Mitbewohnern oder zum Schreien vom Balkon zu verwenden1, der erhält über die App Musixmatch ein bisschen Coaching. Wenigstens bezüglich Lyrics-Sattelfestigkeit. Die App versieht die Songs aus der iTunes-Mediathek mit Liedtexten. Diese sind in manchen Fällen synchronisiert und tauchen parallel zum Gesang auf dem Display auf. „Liedtexte für Mitsängerinnen und Mitsänger“ weiterlesen