Virtuell ist essenziell

Ich habe in diesem Blog lauthals über die Fragmentierung der Softwarewelt gejammert und mein Patentrezept dagegen verkündet. Es handelt sich um die virtuelle Maschine – ein eigentlicher Geniestreich in der Welt der Computerei, der laut diesem Beitrag schon 1965 von IBM-Ingenieuren erdacht wurde. Der Trick ist, dass man ein System nicht direkt auf der Hardware ausführt. Stattdessen lässt man es auf virtueller Hardware laufen. Diese virtuelle Hardware wird von einem Programm bereitgestellt, das seinerseits in seiner eigenen Umgebung zu Hause ist. Man arbeitet parallel mit mehreren Betriebssystemen und kann sogar Programme ausführen, die für eine andere Systemarchitektur entwickelt wurden. Sie wird in Software nachgebildet und der auszuführenden Software vorgegaukelt.

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Virtuell ist aber auch originell!

Man spricht in diesem Fall von einer Emulation. Selbstverständlich fordert die Emulation ihren Tribut. Da man meist relativ alte Hardware emuliert, die man in Echt gar nicht mehr zur Verfügung hat, ist das meist kein Problem. Es kommt vor, dass die Software auf dem emulierten System schneller läuft, als sie das früher auf echter Hardware getan hat – dem Mooreschen Gesetz sei Dank!
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Als ich unter Phantomvibrationen litt

Manchmal bedauere ich es, dass ich der Kummerbox-Betreuer bin. Denn wenn ich auf die Idee kommen sollte, dort eine Frage zu stellen – dann landet diese wenig später vor meiner eigenen Nase. Ich könnte mich natürlich an den Kummerkasten des PC-Tipp wenden – was die Gefahr mit sich brächte, Hohn und Spott zu ernten. (Wobei es tatsächlich einige selbst ernannte PC-Supporter gibt, die in schöner Regelmässigkeit ihre kniffligen Probleme an mich outsourcen. Und sich dabei nicht mal die Mühe machen, aus ihrer E-Mail-Signatur die Hinweise auf ihr eigenes Supportgeschäft zu tilgen. Da bin ich schon neugierig, zu welchem Preis sie meine Antwort ihren Kunden in Rechnung stellen. Aber das nur so nebenbei.)

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Wenn es in der Hose rüttelt… (Bild: Martin Abegglen/Fllickr.com)

Jedenfalls hatte ich es schon seit längerer Zeit mit einem lästigen iPhone-Problem zu tun. Zwei, dreimal pro Tag vibrierte das Telefon ohne ersichtlichen Grund. In den Benachrichtigungen war kein Eintrag vorhanden, mit dem sich die Störung hätte rechtfertigen lassen. „Als ich unter Phantomvibrationen litt“ weiterlesen

Bitte ein bisschen Zeit verplempern!

Müssiggang ist aller Inspiration Anfang. Und darum gibt es hier eine Handvoll Websites, die ideal für nutzlosen Zeitvertreib sind. Sie sind weder informativ noch speziell unterhaltsam und schon gar nicht bildend. Also, los geht es!

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So nützlich wie… äh… eine leere WC-Papierrolle.

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Bei dieser Website erscheint ein Bild, bei dem eine Person mit ihrem Finger auf die Stelle zeigt, wo man gerade seinen Cursor hat. Verschiebt man den Cursor, erscheint ein neues, passendes Bild.
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Geheimniskrämerei am Mac

Mit Mavericks und iOS 7 hat Apple die Möglichkeit eingeführt, Passwörter über die iCloud abzugleichen. Diese Option schaltet man am Mac in den Systemeinstellungen bei iCloud ein, indem man bei Schlüsselbund ein Häkchen setzt. Bei iOS ist die korrespondierende Option in den Einstellungen bei iCloud zu finden.

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Das Äquivalent am Mac hat einige Extra-Tricks auf Lager. (Foto: Linus Bohman/Flickr.com)

Zur Verwaltung der gespeicherten Passwörter unter OS X Mavericks ist die Schlüsselbundverwaltung zuständig, die man unter Programme > Dienstprogramme findet. Bei einem intensiv genutzten Mac finden sich schnell einige Hundert Einträge, die nach Schlüsselbunden und Kategorien sortiert zugänglich sind. „Geheimniskrämerei am Mac“ weiterlesen

Das gute alte Money!

Eine Software in die Welt zu setzen – das bedeutet Verantwortung gegenüber den Benutzern dieses Produkts. Diese Verantwortung wird nicht immer wahrgenommen. Davon können die ein Liedchen singen, die auf dem Google Graveyard umherirren. Doch auch Microsoft hat eine Leiche im Keller. Wobei dieses tote Softwareprodukt ein eigentlicher Zombie ist, das noch heute in manchen Computern spukt. Folgende Anfrage habe ich von Daniel neulich bekommen:

Seit Jahren schon führe ich Buchhaltung (Giro- und Lohnkonto, Bargeld in Schweizer Franken und Euro, Kreditkarte und Travelcard) mit Money 99 (V7.0). Die Software läuft bei mir auf einem Rechner mit Windows Vista in einer virtuellen Umgebung (Microsoft Virtual PC mit Windows XP). Langsam wird es Zeit, auf eine «neuzeitliche» Software umzusteigen. Gibt es Buchhaltungsprogramme, die ebenso einfach zu bedienen sind wie das gute alte Money? Natürlich sollten die Daten aus Money importiert werden können.

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Microsofts Leiche im Keller entpuppt sich als untötbarer Zombie…

Microsoft hat die deutschsprachigen Versionen längstens eingestellt und auch die US-amerikanische Version nicht mehr weiterpflegt. Aus Bequemlichkeit oder in Ermangelung von direkten Alternativen blieb die Software bis heute in Benutzung. „Das gute alte Money!“ weiterlesen

Filme beamen ohne viel Gedöhns

Manche Programme erfreuen allein durch ihre Einfachheit: Ohne Schnickschnack tun sie das, was sie sollen – nicht weniger, aber vor allem auch nicht mehr. Beamer ist so ein Beispiel.

Ich bin auf das Programm gestossen, weil ich auf der Suche nach einer Möglichkeit war, Filme vom MacBook auf den AppleTV zu schicken. Dafür nimmt man normalerweise iTunes. Allerdings ist iTunes eingeschränkt, was die Formate angeht.

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Videos in beliebigen Formaten auf den Fernseher beamen. (Und ja, das auf dem Screenshot sichtbare Material ist eine selbstgerippte Privatkopie.)

Da ich auch in der Windows-Welt zu Hause bin, habe ich es ab und zu mit einer AVI-Datei zu tun. Und es ist mir auch schon die eine oder andere Matroska-Datei (.mkv) begegnet. Die könnte man auf den AppleTV bringen, indem man sie mit VLC abspielt und das Monitor-Mirroring einschaltet. Aber mir ist das qualitativ nicht gut genug. Es ruckelt, das Bild ist oft zu dunkel und als elegant kann man diesen Weg auch nicht bezeichnen.
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Die Hollywood Star Whackers!

In Hollywood toben die Verschwörungstheoretiker. Sie suchen nicht nur Judy Garland oder Stan Laurel heim. Auch Bruce Lee und Nicolas Cage bleiben nicht verschont. Und wenn man genauer hinschaut, entdeckt man den Kult gegen den Starkult – die «Hollywood Whackers», eine ominöse Mördergruppe, die Filmgrössen reihenweise killt.

Es knirscht, klimpert, scheppert und knarzt

Eine Website, die es mir in letzter Zeit angetan hat, ist 100strangesounds.com Ich bin bei meiner Suche nach exotischen Klängen für die Sounds-Rubrik im Morgomat auf sie gestossen.


Gruselig: Die Klänge der Muttermilchpumpe.

Joo Won Park will, so schreibt er in seiner Biografie, er wolle Alltagsgeräusche schön und seltsam machen. Dabei nimmt er Dinge wie Glasvasen, Küchengeräte, Musikinstrumente oder Spielzeuge und bringt sie zum Klingen. Es kann auch mal eine Muttermilchpumpe oder ein Kohlkopf mit dabei sein. „Es knirscht, klimpert, scheppert und knarzt“ weiterlesen

Den Pfad abtippen?

Als Kummerbox-Betreuer hantiere ich oft mit Dateipfaden. Leute wollen wissen, wo sie ihre Outlook-PST-Datei finden und wie sie zu ihrem Firefox-Benutzerwörterbuch gelangen.

Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, die Pfade nicht abzutippen. Ich verwende gerne mein ClipThis-Programm. Bei neueren Versionen von Windows gibt es aber auch folgende Tricks:

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Um Dateien oder Ordnerangaben in einen Text zu übernehmen, verwendet man den Befehl Als Pfad kopieren.
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Android ohne Google?

Ich bin noch so ein «Verknorzter», der sich weder an den Aktionen der NSA noch deren Vasallen erwärmen kann. Deshalb meide ich die Zustimmung zu deren Geschäfts-Praktik-Bedingungen (AVB) mit Speicher- und Klau-Befugnis.

Das schrieb neulich Kummerbox-Leser Andreas per Mail. Ich habe mich zwar gewundert, woher das V bei den Geschäftspraktikbedingungen rührt, aber ansonsten über das Mail geschmunzelt. Die eigentliche Frage war folgende:

Kann ich auf Android – ohne Google Dienste in Anspruch zu nehmen – zum Beispiel via Internet, Apps wie die neue dsb von Datenschützer Baeriswyl auf mein Handy laden und nutzen?

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Wie kommen Daten vom unteren aufs obige? (Foto: Johan Larsson/Flickr.com)

Auf diese Frage gibt es ausser ein bedauerndes Schulterzucken wohl nichts zu antworten. Die etwas weiter gefasste Problemstellung – Android ohne Google – tritt indes immer wieder auf. „Android ohne Google?“ weiterlesen