Geheimniskrämerei am Mac

Mit Mavericks und iOS 7 hat Apple die Möglichkeit eingeführt, Passwörter über die iCloud abzugleichen. Diese Option schaltet man am Mac in den Systemeinstellungen bei iCloud ein, indem man bei Schlüsselbund ein Häkchen setzt. Bei iOS ist die korrespondierende Option in den Einstellungen bei iCloud zu finden.

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Das Äquivalent am Mac hat einige Extra-Tricks auf Lager. (Foto: Linus Bohman/Flickr.com)

Zur Verwaltung der gespeicherten Passwörter unter OS X Mavericks ist die Schlüsselbundverwaltung zuständig, die man unter Programme > Dienstprogramme findet. Bei einem intensiv genutzten Mac finden sich schnell einige Hundert Einträge, die nach Schlüsselbunden und Kategorien sortiert zugänglich sind. Diese Schlüsselbunde sind per Passwort gesichert, wobei der Schlüsselbund des Benutzerkontos mit der Anmeldung automatisch entsperrt wird. Man kann auch eigene Schlüsselbunde anlegen und die mit einem separaten Passwort schützen. In den Einstellungen des Schlüsselbundes – die man per Rechtsklick bzw. Ctrl + Linksklick und den Kontextmenübefehl Einstellungen für Schlüsselbund [Name] ändern öffnet – lässt sich festlegen, dass ein Schlüsselbund nach einer vorgegebenen Zeit der Inaktivität automatisch geschlossen wird. Zur Entsperrung muss das Passwort eingegeben werden, was unter Umständen etwas lästig ist, aber die Sicherheit erhöht.

Die Schlüsselbunde werden mit Endung .keychain im Library-Ordner unter Keychains gespeichert. Eine Keychain-Datei kann somit auch auf einen anderen Computer kopiert werden, damit man dort die entsprechenden Passwörter nicht neu eintragen muss.

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Für Dinge, die nie einer erfahren darf.

Einige Tipps zur Schlüsselbundverwaltung:

  • Die Schlüsselbundverwaltung nimmt auch Notizen entgegen, die verschlüsselt abgelegt sind und, wie beschrieben, in einem separaten Schlüsselbund mit eigenem Passwort gespeichert werden können. Diese Notizen finden sich in der Rubrik Sichere Notizen. Über das Plus-Symbol wird eine neue Notiz angelegt und welche Programme auf die Notiz Zugriff haben, legt man über den Kontextmenübefehl Informationen fest. Nachteil: Weil es bei iOS die Schlüsselbundverwaltung nicht gibt, kann man die geheimen Notizen am iPhone oder iPad nicht einsehen.
  • Man kann auch Bilder, PDFs und andere Dateien per Drag&Drop in eine sichere Notiz hineinziehen.
  • Über Ablage > Neues Kennwort erfasst man manuell ein Passwort. Mavericks zeigt mit einem farbigen Bälkchen die Stärke des Passworts an: Rot ist unsicher, orange bis gelb okay und grün ist stark. Über das Schlüsselsymbol kann man auch von der Software Passwörter generieren lassen. Die Option Einprägsam versucht, Passwörter zu erstellen, die man sich merken kann. Das tut sie, indem Sie z.B. zwei zufällig gewählte Wörter aneinander hängt und einige Ziffern und Sonderzeichen dazwischen stellt. Ein solches Passwort könnte «genau91#Judas» lauten. Das kann man sich tatsächlich merken, indem man sich die Eselsbrücke «Genau 91 Leute vor dem Gartenzaun von Judas» einprägt.
  • Mit der Option Schlüsselbundstatus in der Menüleiste anzeigen (sie findet sich unter Schlüsselbundverwaltung > Einstellungen) blendet man ein kleines Schlösschen in die Menüleiste ein. Über dieses Symbol erscheint ein Menü, das die Schlüsselbunde einzeln sperrt und freigibt. Im gleichen Menü findet sich auch der Befehl Bildschirm schützen, über den man den Computer sperrt. Er muss dann durch die Eingabe des Benutzerpassworts freigeschaltet werden. Für einen Computer im Grossraumbüro oder den Laptop eine praktische Schutzmöglichkeit.

Autor: Matthias

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