Halbherzige Wiedergutmachung

Meine Pflichten als Literaturkritiker habe ich auf diesem Kanal in der letzten Zeit vernachlässigt. So skandalös das ist, will ich das Versäumnis jetzt auf halbherzige Weise wettmachen. Nämlich durch Kurzkritiken meiner letzten (Hör-)Bücher:

In meiner Stephen-King-Versessenheit habe ich mich auf Doctor Sleep gestürzt. Das ist der Nachfolger von dem 36 Jahre früher erschienen und von genial, aber nicht sehr vorlagentreu verfilmten The Shining. Da ich auch den Vorgänger nicht kannte, musste ich mich erst einmal diesem widmen.

Allein schon der Teppich ist gruselig! (Über dieses Muster ist Danny mit seinem Dreirad in der Verfilmung von Stanley Kubrick gefahren…)

«The Shining» ist zu recht ein Klassiker. Aber mit «Doctor Sleep» beweist Stephen King, dass er mit dem Alter noch zulegen kann. Ergreifend, wie aus dem Danny Torrance, dem Jungen mit dem Shining, ein alkoholkranker Versager und dann ein Kämpfer gegen die True Knot wird, der zusammen mit einem Mädchen, das seine Begabung teilt, nicht nur eine akute Bedrohung beseitigt, sondern auch (echte und nicht bloss halbherzige) Wiedergutmachung leistet. „Halbherzige Wiedergutmachung“ weiterlesen

Das kleine Befehlszeilen-Vademekum

Eine Anleitung für die Eingabeaufforderung: Die Befehle, die man unbedingt kennen muss, plus ihre Wirkung und Interpretation.

Wer hat heute noch Lust, sich Konsolenbefehle zu merken? Nur die ganz angefressenen Nerds, bei denen es zum Lebensstil gehört, zwei, drei Terminalfenster auf dem Bildschirm zu haben. Doch ein paar Befehle sind auch im Zeitalter der Klickibunti-Oberflächen praktisch.

Die Befehle sparen Zeit oder machen Dinge möglich, an denen der reine Mausbenutzer verzweifelt. Die Befehle gibt man bei Windows an der Eingabeaufforderung ein. Sie findet sich im Startmenü unter Zubehör. Bei Windows 8.1 startet man sie durch einen Rechtsklick auf den Startknopf. Man kann auch den Ausführen-Befehl (Windows-Taste und r) verwenden und cmd ins Feld eingeben.

Das Ping ist an der Eingabeaufforderung wohl bekannt (das Pong indes nicht). (Bild: zimpenfish/Flickr.com)

Wenn Sie im Explorer bei gedrückter Umschalttaste auf einen Ordner klicken, steht Ihnen der Befehl Eingabeaufforderung hier öffnen zur Verfügung. Bei dem dann erscheinenden Eingabeaufforderungsfenster ist der angeklickte Ordner vorausgewählt, sodass Sie sich die Navigation zu diesem Ordner ersparen können. Beim Mac nimmt das Terminal die Befehle entgegen. Es steckt unter Programme > Dienstprogramme.
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Blogpost mit einer effekthascherischen Überschrift

Meine Foto-News beziehe ich u.a. von petapixel.com: Die mischen unter ihre News auch immer mal wieder den Hinweis auf einen interessanten Fotografen oder spannende Projekte. Wie aktuell die spektakulären Vulkanfotos Puyehue-Cordón Caulle in den südchilenischen Anden. Die effekthascherischen Überschriften zum Zweck des Linkbaits geht mir zwar mitunter auf den Wecker. Aber damit muss man schliesslich bei vielen Webangeboten leben. (Nur dieses Blog hier ist völlig frei von entsprechenden Tendenzen.)

The Sound of Taste from Grey London on Vimeo.

Wie zum Beispiel diese beiden Zeitraffer-Kreationen. „Blogpost mit einer effekthascherischen Überschrift“ weiterlesen

Das Geektool kann man auch als Nerd benutzen

Ein Nerd wie ich muss sich von den Geeks abgrenzen – das verlangt die Ehre als Computerfreak. Trotzdem komme ich nicht umhin, hier und heute das Geektool vorzustellen (Download hier). Dieses Progrämmchen für OS X hat die Aufgabe, den Schreibtisch aufzuwerten. Es blendet Informationen ein. Es tritt damit gewissermassen in Konkurrenz zum Mac-Dashboard. Mit zwei Alleinstellungsmerkmalen allerdings: Einerseits sitzt das Geektool auf dem normalen Desktop und nicht wie das Dashboard abseits in seinem eigenen «Ghetto».

Für ein Geek-Projekt erstaunlich ästhetisch! (Bild: tynsoe.org)

Zweitens kann man sich sein Info-Angebot masschneidern. Statt einfach Widgets anzuordnen, platziert man so genannte Geeklets auf dem Desktop. Das sind Scripts, die Informationen aus den Tiefen des Systems oder von einem Server holen. Ideal für Admins: Sie haben dank des Geektools wichtige Logdateien immer vor Augen und können den Zustand kritischer Systeme überwachen. Für uns Nicht-Admins eröffnet sich eine Spielwiese, denn anpassbare Scripts sind einfach spannender als pfannenfertige Widgets.
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Den M-Modus zelebrieren

Die Nikon Df in einem ersten Augenschein: Eine Kamera, die selbst bei Kerzenlicht tolle Fotos macht – mein Budget aber leider sprengt.

Das Christkind hat mir letztes Jahr eine Nikon Df vorbeigebracht. Das Christkind hat mir dann allerdings eingebläut, die Kamera sei nicht zum Behalten. Es handle sich um ein Leihgerät zum Testen.

Ich war im ersten Moment natürlich etwas enttäuscht. Die Enttäuschung verflog, als mir das Preisschild vor die Nase kam. Die Kamera beläuft sich, mit dem 50-mm-Kit-Objektiv, auf satte 2981 Franken. So teure Weihnachtsgeschenke sind, da kann man die Sache drehen und wenden wie man will, überzogen und ein kapitalistischer Auswuchs.

Perfekte Lowlight-Fotos! (Matthias, beleuchtet von drei Kerzen und einer Lichterkette.)

Also ging ich als Profi an die Sache heran und habe die Kamera für den Tagesanzeiger getestet, indem ich sie für meine Feiertagsfotografie benutzt habe. Auf die technischen Details brauche ich an dieser Stelle nicht herumzureiten, das machen andere ausführlicher.

Ich hätte gerne eine Kamera mit Vollformatsensor

Ich erlaube mir aber, meinen persönlichen Eindruck breitzutreten.
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Sexaffäre oder Machtgerangel?

Der Watergate-Skandal war eine echte Verschwörung von den Republikanern und Richard Nixon gegen die demokratische Partei. Was ist nun von den Versuchen zu halten, die Sache umzudeuten? War die ganze Angelegenheit – bei der die Presse als vierte Staatsgewalt geglänzt hat – nur eine kleine Sexaffäre oder doch ein vom CIA angezetteltes Machtgerangel?

Spider-Update

smartvote.ch hilft den Wählern in der Schweiz, vor Wahlen die Kandidaten zu finden, deren politische Ansichten am besten mit den eigenen korrespondieren. Man beantwortet eine Reihe von Fragen und erhält als Auswertung dann einen Smartspider, der die Antworten zwischen acht Polen verortet. Ich leiste mir seit 11 Jahren das Vergnügen, die Spider zu archivieren und zu bebloggen (2011 und 2007) und aus reiner Neugierde übereinanderzulegen. Die Stadtratswahlen und die Wahlen für den Grossen Gemeinderat Winterthur nahm ich nun zum Anlass, den Spider aufzudatieren.

Dieser Vergleich ist zwar nur bedingt aussagekräftig, wie Markus in einem Kommentar ausgeführt hat:
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Die Fundis aus der Linux-Lager

Wenn es ums Geliebtwerden geht, hat Apple die Nase vorn. Die Fanboys von iPhone, iPad und MacBook sind Legion. Auch der grosse Softwarekonzern aus Redmond, der in der Öffentlichkeit als unpopulär und schnarchlangweilig wahrgenommen wird, hat eine militante Anhängerschaft: Wenn ich in einem Artikel zu den Tablets das iPad und das Nexus 7 erwähne, aber das Wort Surface unerwähnt bleibt, dann hagelt es giftige Kommentare. Man wirft mir dann Inkompetenz vor und stellt die Vermutung auf, ich sei von Apple gekauft.

Ein Pinguin ist noch lange kein Tux. (Bild: Martin Fisch)

Verblüfft bin ich aber immer wieder über die Fundis aus dem Linux-Lager. Sie haben einen ausgeprägten Verteidigungsreflex. Selbst wenn man das Wort «Linux» nur in einem Nebensatz erwähnt, gibt es mindestens ein fünfseitiges Mail, das einem en détail ausführt, was daran alles falsch war.

Da habe ich gestern in der Kummerbox im Beitrag Windows 8 – oder vielleicht doch Ubuntu? darüber diskutiert, unter welchen Umständen man das auslaufende Windows XP mit Linux ersetzen könnte. Mein Fazit ist positiv ausgefallen: Man soll das Abenteuer wagen, wenn man sich die Sache gut überlegt hat und mit den Nachteilen leben kann.
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One million games!

You have submitted more than a million game results to my server. I am impressed and even if the participation numbers are decreasing, the perseverance of you Clickomania players out there is admirable.

Since September 7 2004 it is possible, to submit a Clickomania next generation result to this website. The results show up here for 4Farben, Actions, Classic, Freaky and Online.

The counter tells me now, that after almost ten years, the one million barrier has been crossed. That means, about 100’000 games a year have been submitted, That’s about 300 games every day. Twelve games an hour. Or one every 5 minutes.

The peak with more 13’000 results in one month

Of course, the game playing has not been that constant over the whole period. I registered the peak with over 13’000 results in February 2006. Since then, a more or less steady decline took place. That’s no miracle, since I have not updated the game since February 2006 (the reasons are explained here). The game can actually be played even with Windows 8.1, but of course, casual gaming has shifted from Windows to mobile platforms, smartphones and tablets. So, for me, it’s no surprise, that the numbers go back – on the contrary, I consider it a miracle that still so many people play the game on a regular basis.