Der Trick für die Benutzerwörterbücher

Neulich bin ich es wirklich leid geworden, immer wieder die gleichen Wörter ins Benutzerwörterbuch einzutragen. Mein Nachname gehört zu den Begriffen, die von der Rechtschreibprüfung normalerweise mit einer roten Wellenlinie versehen wird. Aber es gibt viele solcher Wörter, die ich als Tech-Journi ständig benutze, und die ständig als falsch markiert werden, weil sie eben nicht zum gängigen Wortschatz gehören: Adware. Android. Blogger. Mavericks. Podcast. Ransomware. Rückwärtskompatibilität. Shitstorm. Skydrive. Smartcover. Social Media. Tethering. Ultrabook. Und so weiter, und so fort.

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Das Problem der Nerdwords…

Das Problem liegt nun darin, dass ich an verschiedenen Computern und mit diversen Programmen arbeite. Das Problem mit den verschiedenen Programmen lässt sich leider nicht lösen, so lange die Betriebssystem-Entwickler nicht auf die grandiose Idee eines Universal-Benutzer-Wörterbuchs kommen. Also ein und dasselbe Benutzerwörterbuch, das dann von allen Programmen benutzt werden muss. Sodass ich nicht die immergleichen Wörter bei Word, bei Firefox, bei Thunderbird und bei InDesign eintragen muss.

Ab auf die Dropbox mit dem Word-Wörterbuch!
Immerhin kann ich das Problem lösen, dass ich die immergleichen Wörter nicht bei Word im Büro und bei Word bei mir zu Hause eintippen muss. Dazu lege ich nämlich einfach mein Benutzerwörterbuch in die Dropbox. Das geht wie folgt: Ich klicke in den Word-Optionen in der Rubrik Dokumentprüfung auf die Schaltfläche Benutzerwörterbücher. Ich lege nun ein neues Benutzerwörterbuch an, indem ich auf Neu klicke. Ich navigiere zu meinem Dropbox-Ordner und speichere das neue Wörterbuch mit der Bezeichnung Wordwoerter.dic. Ich markiere das neue Wörterbuch und stelle sicher, dass bei Wörterbuchsprache die Option Alle Sprachen ausgewählt ist. Es ist auch möglich, pro Sprache ein Benutzerwörterbuch anzulegen. Aber weil ich relativ selten in fremden Sprachen schreibe, spare ich mir diesen Aufwand.

Bei noch immer markiertem Wordwoerter.dic klicke ich auf Standard ändern. Indem ich es so zum Standard-Wörterbuch mache, stelle ich sicher, dass neue Wörter in dieses Wörterbuch eingetragen werden. Bei Word-Installationen auf den anderen Computern füge ich Wordwoerter.dic nun auf analogem Weg hinzu. Die gemeinsame Nutzung scheint sogar mit Word 2011 für Mac zu funktionieren – dort füge ich das Wörterbuch über Word > Einstellungen > Rechtschr./Grammatik > Wörerbücher… hinzu.

Der Hack mit den symbolischen Links
So weit, so gut. Nun schreibe ich sehr viel auch im Browser und will daher gerne mein Benutzer-Wörterbuch aus Firefox in die Dropbox verlagern. Firefox verwendet die Datei Persdict.dat im Profilordner als Benutzerwörterbuch, die über Firefox-Sync aber nicht abgeglichen wird.

Ich verschiebe daher persdict.dat in den Dropbox-Ordner und erstelle eine symbolische Verknüpfung zu persdict.dat im Firefox-Profil:

mklink C:\Users\Matthias\AppData\Roaming\Mozilla\Firefox\Profiles\roir7904.default\persdict.dat e:\Documents\Dropbox\res\persdict.dat

Die Pfade müssen den konkreten Gegebenheiten auf dem System angepasst werden. Das gilt namentlich für den Benutzernamen (Matthias), das Firefox-Profil (roir7904.default) und den Dropbox-Pfad (e:\Documents\Dropbox\res\).

Beim Mac lösche ich die vorhandene Wörterbuchdatei im Firefox-Profil und erstelle dort einen symbolischen Link auf die Datei in der Dropbox:

sudo ln -s /Users/matthias/Documents/Dropbox/res/persdict.dat /Users/matthias/Library/Application Support/Firefox/Profiles/o8mjsd6r.default/persdict.dat

Die Pfade (matthias, /res, o8mjsd6r.default) müssen wiederum den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden.

Vorsicht Falle!
Fazit: Es funktioniert: Die Wörterbücher werden so via Dropbox zwischen den Firefox-Installationen synchronisiert. Es gibt allerdings ein Problem: Firefox lädt das Benutzerwörterbuch beim Start und speichert es beim Beenden auf die Festplatte. Wenn nun in während der Programmausführung eine andere Firefox-Installation beendet wird und eine erweiterte Version des Wörterbuchs speichert, kriegt die erste Installation davon nichts mit. Das heisst, dass diese Änderungen beim Speichern verloren gehen. Wenn man nicht ständig gleichzeitig mit mehreren Firefox-Installationen arbeitet, ist das Risiko für Datenverlust so gering, dass man damit leben kann.

Autor: Matthias

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