Bitmessage, Youtube, Biometrie

Ich habe neulich die Mail-Alternative Bitmessage im Tagi vorgestellt. Natürlich haben die Kommentatoren recht, die sagen, diese Kommunikationsform sei im Moment nur sehr bedingt als Alternative zum E-Mail geeignet. Aber sei’s drum – dass die Technik funktioniert und es möglich ist, Nachrichten ohne zentralen Server auszutauschen, ist per se eine Meldung wert.

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Ohne Worte. (Foto: Josh Hallett/Flickr.com)

Spannend finde ich auch, was Conradin Knabenhans zu Youtube zu sagen hat. Er hat eine Masterarbeit über den Videodienst geschrieben, in der er nachweist, wie er sich in den acht Jahren seit seiner Gründung verändert hat. Es ist offensichtlich: Google hat keine Lust, weiterhin Millionen zu versenken – jetzt muss Youtube Einnahmen bringen. Das Interview zu diesem Thema: «Jedes Video lässt sich zu Geld machen».

Die NSA-Affäre köchelt weiterhin. Wahrscheinlich mögen viele das Thema schon nicht mehr hören. Aber mich beschäftigt es, dass in dieser Frage die schlimmsten Befürchtungen noch übertroffen wurden. Der SSL-Verschlüsselung ist nicht mehr zu trauen – das war und ist schlicht und ergreifend Der Verrat des Internets. Wie wir damit umgehen wollen, ist mir noch immer nicht so ganz klar – und wie sich Schweizer Unternehmen zu verhalten gedenken. Wenn jemand aus einem Schweizer Unternehmen mit mir darüber sprechen möchte – einfach melden.

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Bitmessage ist nicht gerade schick, dafür einigermassen sicher.

Da kann man sich fragen, ob Apple den Zeitpunkt für den Startschuss ins Biometrie-Zeitalter wirklich günstig gewählt hat – jetzt, wo viele aufs Thema Überwachung hypersensibel reagieren. Wir haben das auch in unserer letzten Folge Kummerbox Live (Pack mal deine Zehe aus) angesprochen. Weniger verfänglich, aber nicht minder interessant die beiden Sendungen mit maege zum Thema Projektmanagement und zu den IDEs und Editoren. Und bei Stadtfilter gab es ja auch noch das Interview mit den Bring-Machern zu Ihrer Einkaufs-App: Der Einkaufszettel wird digital und sozial.

Was mir sonst noch begegnet ist – beispielsweise die Meldung von Spiegel online, dass der Film «App» das Tablet oder Smartphone im Kinosaal als Second Screen nutzen will. Zusatzinformationen, Nebenhandlungen oder sogar Minispiele zur Handlung sollen darauf stattfinden. Für Cinemapuristen eine Horrorvorstellung – aber aus meiner Sicht ein sehr spannendes Experiment.

Bemerkenswert fand ich auch den Praktikanten, der in Minecraft ganz Grossbritannien nachgebaut hat. Und als Abschluss empfehle ich den Artikel Die Post-Privacy-Bewegung von Beat Metzler zur Lektüre. Allein wegen dieses Beispiels:

Eine Amerikanerin erfuhr durch das Gratulations-E-Mail ihres Supermarktes, dass sie schwanger war. Aufgrund ihres veränderten Kaufverhaltens hatten Rechenmodelle dies vorausgesagt – bevor es die Frau selber merkte.

Autor: Matthias

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