Alles klar, Herr Kommissar?

In meiner kleinen Serie zu den Podcastepisoden, mit denen man sich das Sommerloch versüsst, bin ich schon wieder beim Herrn Holger Klein gelandet. Aber die Folge 192 seiner Wrint-Reihe ist nun einmal so spannend ausgfallen, dass sie hier erwähnt werden muss. Sie heisst Anruf beim Kommissar und lässt Kriminaloberkommissar Andi zu Wort kommen, einen Drogenfahnder aus Fürstenfeldbruck.

Das Gespräch bietet viele Einblicke in den Polizeialltag und erhärtet die Vermutung, dass man in Krimiserien diesbezüglich nicht akkurat und adäquat informiert wird. Es werden einige Vorurteile gegenüber der Polizei zurechtgerückt oder zumindest relativiert, und man erfährt, dass die kapitalistischen Effizienzmaximierungsauswüchse nun auch in dieser Behörde angekommen ist. Jedenfalls ein Beispiel dafür, wie gut der Podcast als Aufklärungmedium funktioniert…

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Die Polizei hats auch nicht leicht. (Bild: Nanagyei/Flickr.com)

Die Floskelschleuder für iOS

Die TextExpander-App beschleunigt die Eingabe von Text ungemein, indem häufig verwendete Redewendungen über ein Kürzel abgerufen werden.

Die wirksamste Methode zur Beschleunigung der Korrespondenz ist der Einsatz eines Autokorrektur- bzw. Autotext-Programms. Es erspart einem Tipparbeit, indem es eine Kurzformel automatisch durch die dazugehörende Phrase ersetzt. Statt «Um Antwort wird gebeten» tippt man «uawg», und das Programm fügt den hinterlegten Text ein. Bei Mac OS X wurde eine Autokorrektur-Funktion mit Snow Leopard eingeführt. Microsoft Office enthält seit jeher eine entsprechende Funktion. Eine Betriebssystem-weite Autokorrekturfunktion stellt beispielsweise PhraseExpress zur Verfügung. Und übrigens: Eine der ersten Programme für Windows stammt vom Schweizer Hannes Keller, dessen Ways for Windows in den 1990ern populär war.

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Links: Die Tastaturkürzel werden via Dropbox mit dem Mac und anderen iOS-Geräten abgeglichen.
Rechts: Die eingefügten Ersatztexte können auch formatiert sein.
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Gamern das Geld aus der Tasche ziehen

Neulich bin ich (hier) über den Beitrag The Top F2P Monetization Tricks gestürchelt. Da fragt man sich erst einmal. Was heisst F2P? Und: Soll ich einen Blogbeitrag lesen, bei dem ich nicht einmal den Titel verstehe?

Die stets hilfreiche digitale Müllhalde verrät einem dann, dass das Kürzel F2P für Free to Play steht und das Spielmodell bezeichnen, bei dem man einen Titel kostenlos lädt und spielt, und dann während des Spiels mehr oder minder sanft dazu genötigt wird, Geld auszugeben. Im Zeitalter des App-Stores, which changes everything, bezeichnet dieses Modell vor allem die Spiele, die man durch In-App-Käufe bezahlen soll.

Der Blogbeitrag beschreibt die Mechanismen, die den Spieler dazu bringen sollen, während des Spielens Geld auszugeben. Häufig wird man bei seiner Ungeduld gepackt. Das ist wie beschrieben bei Temple Run 2 der Fall: Wenn man den Coin Doubler kauft, zählt jede eingesammelte Geldmünze doppelt, und man kommt schneller voran. Das ist wird von Autor Ramin Shokrizade als Hard Boost benannt: Man verschafft sich einen einmaligen, andauernden Vorteil. Man könnte die Geldmünzen auch direkt im Store von Temple Run 2 erwerben, doch läuft meiner Spielerehre zuwider. Ein Boost zu erwerben, ist eine kleine Mogelei, doch wie ein russischer Oligarch sich mit reiner Finanzkraft Fortschritte zu erkaufen, hat etwas Schäbiges.
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Blogpost heute mal mit Fussnoten

Harry Potter für Erwachsene, hatte Leo Laporte das Buch genannt. Ich hatte die Bücher von Frau Rowling gern gelesen, nachdem ich mich erst gegen die Lektüre gesträubt hatte. Mir gefielen die Figuren, vor allem manche Nebenfiguren, und wie die vielen Handlungsstränge geschickt ineinander verwoben sind. Manche Dinge gefielen mir wie dem Herrn Laporte weniger. Death Eater ist ein leicht bescheuerter Name, vor allem wenn man ihn wortwörtlich nach Deutsch übersetzt. Und die Zaubersprüche haben etwas von Gossenlatein. Wenn es so einfach wäre, könnte ich auch zaubern. Mein Zauberspruch wäre «Diarrhoeio!»1. Logisch, mit dem hängt man jemandem Durchfall an.

Darum habe ich mich auf The Kingkiller Chronicle von Patrick Rothfuss gestürzt und mir die beiden bisher erschienenen Bände der Trilogie zu Gemüte geführt2. Der Vergleich mit Potter entpuppt sich beim Lesen als oberflächlich. Die Parallele ist, natürlich, dass in beiden Büchern ein Zauberschüler im Mittelpunkt steht, und dass es sich um einen Bildungsroman oder eine Coming-of-age-Story handelt. Das ist dann aber auch schon alles. Während Potter in unserer Welt spielt, bzw. sich die Potter-Welt mit unserer überlappt, hat sich Rothfuss eine eigene Welt ausgedacht, die The Four Corners of Civilization genannt wird. Das lässt an George R.R. Martin denken – Königsmörderchronik oder Kingkiller Chronicle erinnern zwangsläufig an den Kingslayer.

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Auch Introvertierte können Helden sein. (Quelle alphacoders.com)
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Die Übertreibungspolizei warnt

In Five Short Years, Apple’s App Store Changed Everything. In fünf Jahren hat der App Store alles verändert, schreibt readwrite.com. Und es ist ja nicht zu leugnen. Apple hat viel verändert. Aus Programmen sind Apps geworden und sogar Microsoft bezeichnet seine (nicht schlanker gewordenen) Softwarebrocken so.

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Schon wieder!

Die Übertreibungspolizei weist nun darauf hin, dass sich einige Dinge nicht verändert haben:
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Podcastlückenbüsser

Unser Podcast ist in der Sommerpause. Mediale Sommerpausen sind im Grunde ein Unding, weil die Leute im Sommer Ferien haben und entsprechend über zusätzliche Zeit zum Medienkonsum verfügen. Da müssten wir unsere Kadenz eigentlich verdoppeln. Aber es ist nun einmal so, dass das Senden allein daran scheitert, dass das Studio 1 beim Stadtfilter umgebaut wird.

Immerhin: Wir leben nicht in Zeiten, in denen es nur Radio Beromünster gab. Es gibt Ausweichmöglichkeiten. Da sind zwei Podcastepisoden, die ich letzte Woche mit Vergnügen gehört habe und darum gerne weiterempfehle:

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Besuch beim Optiker. (Bild Paul Stevenson/Flickr.com)

Zum einen Holger Klein mit Wrint-Folge 189, Anruf beim Optiker: „Podcastlückenbüsser“ weiterlesen

Wegweiser zu den Daten-Depots

Ich habe bei einer früheren Gelegenheit kritisiert, dass Windows es den Nutzern schwer macht, die so genannten Datendateien zu finden. Datendateien – so nenne ich die Dateien, die man als Benutzer nicht selbst anlegt und irgendwo verräumt.

Präambel: Was sind Datendateien?

Datendateien werden von den Anwendungsprogrammen selbst verwaltet. Der Browser speichert seine Lesezeichen und seinen Verlauf in einer oder mehreren Datendateien. In der Datendatei des Adressbuchs stecken, logischerweise die Adressen, und besonders wichtig ist diese Ablage auch fürs Mailprogramm: Denn an besagter Stelle im Dateisystem werden die Nachrichten abgelegt. Bei manchen Programmen, wie Firefox oder Thunderbird, wird auch die Konfiguration in einer Datendatei gespeichert. Die meisten Windows-Programme, vor allem auch Office und der Internet Explorer sichern die Konfiguration in der Registry. Was ein Thema für sich darstellt.

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Der Migrationsassistent erledigt die Sache schnell und schmerzlos.
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Textwäsche

Es ist unglaublich, wie viel Unfug man mit Texten anstellen kann. Und das meine ich jetzt noch nicht einmal inhaltlich – dort erstreckt sich das Feld der Missbrauchsmöglichkeiten unendlich in alle Richtungen. Nein, ich spreche von formalen Problemen: Doppelte Leerzeichen, unnötige harte Zeilenumbrüche, Leerzeilen, Zeichensalat – letzterer ist quasi unvermeidlich, wenn man es mit Texten zu tun bekommt, die per Mail übermittelt wurden. Hier werden Texte manchmal bis zur Unkenntlichkeit verhunzt, indem sie eingerückt, hart umbrochen und mit falschen Zeichencodierungen durchsetzt werden.

Hier hilft auf dem Mac ein Programm namens Textsoap. Es stellt eine Latte von automatischen Cleaners zur Verfügung – also gewissermassen Besen, mit denen man seine Texte ausscheuert. Diese Cleaners sind in zwölf Kategorien unterteilt. In der Kategorie Standard findet man die üblichen Methoden zur Bereinigung von Textdokumenten: Man entfernt mehrfache Leerzeilen, Zitat-Zeichen wie >, Tabulatoren, räumt Absätze auf, bereinigt die Anführungszeichen und und passt die Gross-/Kleinschreibung an.

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Den Text sauber schrubben.
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Die kleinen, aber feinen Daten-Unterschiede finden

Mit Excel 2013 wird ein Hilfsprogramm namens Spreadsheet Compare geliefert, das die Unterschiede zwischen zwei Arbeitsmappen findet – sogar in Formeln und bei den Formatierungen.

«In Unternehmen ist Teamarbeit eine beliebte Form der Zusammenarbeit», schreibt Wikipedia – zweifellos zu Recht. Wer sich nicht als «Teamplayer» profiliert, der hat in der heutigen Arbeitswelt einen schweren Stand. Die klassischen Office-Werkzeuge tragen diesem Umstand nur bedingt Rechnung. Bei Microsoft Office ist kollaboratives Schreiben am gleichen Dokument nicht ohne weiteres möglich – auf jeden Fall nicht so reibungslos wie mit Googles Textverarbeitung.

Besonders ungeeignet für die Teamarbeit ist indes die Tabellenkalkulation. Es gibt in Excel zwar, wie zum Beispiel auch in Word, die Möglichkeit, Änderungen nachzuverfolgen. Wenn sich nacheinander mehrere Leute am gleichen Dokument zu schaffen machen, lassen sich die Modifikationen ihren Urhebern zuordnen und individuell annehmen oder rückgängig machen. Diese Funktion Änderungen nachverfolgen wird im Menüband Überprüfen bei Änderungen eingeschaltet. Excel 2003 findet sie sich unter Extras > Änderungen verfolgen > Änderungen hervorheben.

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Auf einen Blick ist ersichtlich, wo die Tabelle verändert wurde.
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Googles grusliger Gräbergarten

Wie viel Abhängigkeit von Google liegt drin, habe ich neulich gefragt. Dazu passt sehr gut die Grafik, die seit zwei Tagen durchs Internet gereicht wird: Google Graveyard von wordstream.com zeigt die zu Grabe getragenen Dienste – von Google Reader über iGoogle zu Picnik, Buzz, Google Notebook und Google Wave – und das sind nur die Dienste, die ich selbst genutzt habe.

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Wo grossartige Ideen verrotten…

Natürlich, sehr schnelle Innovationszyklen gehören bei Google mit dazu. Produkte werden zügig lanciert, weiterentwickelt und ohne viel Federlesens wieder eingestellt, wenn sie sich nicht bewähren – nach welchen Kriterien diese Einschätzung auch immer erfolgen mag. Das leuchtet ein. Als Anwender andererseits erwartet man Anbieter mit «Commitment». „Googles grusliger Gräbergarten“ weiterlesen