Geteilte Meinungen über die Partitionen

Es kommt ab und zu vor, dass meinen Empfehlungen in der Kummerbox widersprochen wird. Mein Kummerbox-Beitrag Ungleich verteilte Festplattenlast vom 4. März hat eine Einsprache ausgelöst:

Ich, als IT Mann seit 1979 auf Mainframes, Unix etc., lese immer gerne die Kummerbox. Mit Ihrer Info betreffend Partitionieren bin ich aber absolut nicht einverstanden.
1. Eine Daten-Partition ist immer von Vorteil, denn wie oft will Windows nach einem gröberen Fehler das System wieder neu aufspielen. Dabei gehen auch alle Daten verloren, ausser diese sind in einer separaten Partition abgelegt. Auch das Backup ist einfacher und sicherer, wenn eine eigene Datenpartition vorhanden ist.
2. Partitionen können problemlos vergrössert und verkleinert werden mit dem kostenlosen Tool GParted. Diese ISO-Datei auf eine CD brennen und den PC damit neu booten. Ich benutze dieses Tool seit vielen Jahren auf den verschiedensten PCs und habe nie Datenverlust oder sonstige Probleme gehabt. Es kann Primär-Partitionen wie auch Extended-Partitionen bearbeiten.

Die Frage 1. würde ich, etwas pampig, wie folgt beantworten wollen: Ich will das Betriebssystem überhaupt nicht neu aufspielen. Windows wird am 10. November 2013 dreissig werden. Von einem Dreissigjährigen kann man erwarten, dass er seine Flegeljahre hinter sich hat und endlich weiss, was von ihm erwartet wird. Und an ein Betriebssystem habe ich die Erwartung, dass es robust genug ist und dass nicht ständig Fehler auftreten, die Neuinstallationen nötig machen.

Und das ist bei Windows auch so. Windows muss nicht neu installiert werden, wenn zwei Voraussetzungen gegeben sind:

Erstens: Man geht pfleglich mit dem System um und schützt es vor Malware. Und man hält Softwaretests, Basteleien und ähnliches, wenn man denn nicht darauf verzichten kann, in einer virtuellen Maschine ab.

Und zweitens: Man hat kein Pech. Natürlich kann eine Amok-laufende Software das System zerschiessen. Aber wenn man Erstens befolgt, dann ist die Wahrscheinlichkeit dafür gering. Ausserdem bietet Windows 8 wirkungsvolle neue Möglichkeiten, Systemprobleme ohne Neuinstallation zu beheben. In den PC-Einstellungen findet man unter Allgemein den Befehl, den Computer «aufzufrischen» oder auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen.

Wichtig ist, dass man ein Backup hat. Ansonsten braucht Windows keine ständige Wartung.

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Der Spass, hier herumzuschräubeln. (Bild Jack Snell, Flickr)

Aber, unter uns gesagt, wollen sich die alten Hasen oft nicht den Spass nehmen lassen, ständig an ihren Betriebssystem herumzuschrauben. Die werden mit einem Oldtimer wie Windows XP viel glücklicher als mit einem quasi wartungsfreien Windows 8. Das sind die Oldtimer-Liebhaber der digitalen Ära. Die Festplatte zu partitionieren, die Kommandozeile zu kitzeln, DLLs aus dem Systemordner auszubauen und sie auf Hochglanz zu polieren – das ist wie ein Lebenselixier für manche Nutzer…

Autor: Matthias

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Ein Gedanke zu „Geteilte Meinungen über die Partitionen“

  1. Au contraire: 😉

    – Festplatten sind heute so gross, dass auch mit einer nicht idealen Aufteilung für “Otto Normalbenutzer” keine Speicherplatzprobleme entstehen. Wenn man 500GB ohne gross zu überlegen halb/halb aufteilt, verschenkt man zwar auf C: viel Platz, aber 250GB reichen immer noch für viele Fotos und sehr viele Word-Dokumente.

    – Regelmässige Neuinstallationen halte ich auch für Quatsch. Aber Partitionen erleichtern auch ein Backup bzw. den Restore. Man muss Windows zwar nicht neu installieren, aber man will vielleicht mal ein Update auf ein neues Release aufspielen. Wenn es einem die neue Version nicht zusagt, kann man mit separater Datenpartition einfach wieder das Image von C: einspielen. Die Daten bleiben erhalten, man muss nichts umkopieren, auch wenn man eine Woche mit dem neuen System gearbeitet hat. (Vorausgesetzt man hat auch wirklich alle Daten auf D:. Outlook mit PST auf C: kommt nicht so gut…)

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