Bildbearbeitung abseits von Adobe

Es muss nicht immer Photoshop sein: Pixelmator ist ein Bildbearbeitungsprogramm für den Mac, das trotz des günstigen Preises von 15 Franken mit Profi-Funktionen wie Ebenen, Farbverwaltung oder Gradationskurven aufwarten kann.

Mut kann man den beiden Brüdern Saulius Dailide und Aidas Dailide nicht absprechen: Sie haben sich getraut, ein Bildbearbeitungsprogramm aus dem Boden zu stampfen – und das, obwohl Adobe mit Photoshop den Profimarkt seit mehr als zwanzig Jahren dominiert und mit Photoshop Elements auch eine starke Stellung bei den Heimanwendern hat.

Doch die beiden Brüder aus London haben nicht nur Mut, sondern auch ein gutes Händchen. Sie haben für ihr Programm Pixelmator die richtige Mischung aus Features, Einfachheit und ansprechender Optik angerührt. Und das Programm hat einen überzeugenden Preis: Es ist für 15 Franken im Mac App Store erhältlich.

130328-pixelmator.jpg
Ein Ferienfoto, das mittels Ebenen und den Füllmodi nachbearbeitet wird.

Eine aufgeräumte Oberfläche
Anders als die Adobe-Programme wirkt Pixelmator nicht überladen, sondern vergleichsweise überschaubar. Es gibt eine Palette mit den üblichen Werkzeugen wie Pinsel, Radiergummi, Pipette, Stempel, Text- und den Selektions-Instrumenten. Es gibt auch ein Werkzeug namens magischer Radiergummi, das man so noch nicht gesehen hat: Es entfernt automatisch Bildbereiche mit der ähnlichen Farbe, indem man bei gedrückter Maustaste die Toleranz einstellt – so lassen sich sehr schnell Freistellungen vornehmen. Nebst dem Dokumentfenster findet sich eine Palette für die Ebenen sowie der Effektbrowser. Diese Paletten schweben frei, wie man es sich vom Gimp-Bildeditor gewohnt ist.
„Bildbearbeitung abseits von Adobe“ weiterlesen

Nachhilfe in Phishingologie

Meistens riecht man es zehn Kilometer gegen den Wind, wenn es ein Mail auf Phishing angelegt hat. Bei folgendem Mail heute morgen brauchte ich jedoch immerhin zehn schlaftrunkene Sekunden, bis ich zum Schluss kam, dass die Leute bei Amazon doch wohl wissen, dass man Verständnis hinten nur mit einem S schreibt und das mit der Gross-/Kleinschreibung besser im Griff haben:

Sehr geehrter Kunde,
leider müssen wir Ihnen berichten, dass fremde auf Ihr Kunden-Account zugriff erlangen konnten. Die Bestellungen die von Ihrem Mitgliedskonto an eine neue Lieferadresse Manfred Groß, Ludwig-Beckstraße 69, 37633 Göttingen getätigt wurde, haben wir erfolgreich zurückgerufen. Wir fordern Sie daher auf, Ihr Kunden-Account so schnell wie möglich zu überprüfen und weitere Probleme dem Amazon Kunden-Support zu melden. Öffnen sie dazu bitte den angegebenen Link und befolgen sie die Anweisungen:
amz-12.net/?www.amazon.de/…
Wir entschuldigen uns für dadurch entstandene Probleme und Bitten Sie um Verständniss. Ihr Support Team.

„Nachhilfe in Phishingologie“ weiterlesen

Der über seinen Darm stolpert

Stephen King hat einige seiner Bücher bekanntlich unter dem Pseudonym Richard Bachman geschrieben. Laut Wikipedia, weil er nicht als Vielschreiber wirken wollte, und weil es ihn interessierte, ob die Bücher nur wegen dem Namen King auf dem Cover, oder wegen ihrer selbst gekauft würden.

130327-running-man.jpg
Arnie in der Haut von Ben Richards.

Da es in meiner Familie zwar keinen König, aber grossmütterlicherseits Bachmänner bzw. -frauen gibt, habe ich mich nach «11/22/63» und «The Stand» («Das letzte Gefecht») nun «Menschenjagd» in Angriff genommen. Ich habe mich beim Hörbuchfundus meiner Frau bedient und die übersetzte Fassung, gelesen von David Nathan gehört, obwohl ich bei King eigentlich die englischsprachigen Originale vorziehe, weil sich King einfach schlecht übersetzen lässt. Aber nachdem wir schon die beiden anderen Bücher jeweils doppelt in beiden Sprachen gekauft hatten, wollte ich mich für dieses mal mit der deutschsprachigen Variante begnügen. „Der über seinen Darm stolpert“ weiterlesen

John Cleese mit schwarzer Unterhose

Gestern haben wir uns den Film Very Bad Things zu Gemüte geführt, den wir als Bluray geschenkt gekriegt hatten. Das ist ein locker-flockiger Streifen darüber, wie eine Jungesellenrunde mit Mord und Totschlag endet, nachdem eine Prostituierte durch unglückliche Umstände zu Tode gekommen ist. Der Film bietet fröhliche Unterhaltung für die ganze Familie, wenngleich man sich wünscht, ein Engländer hätte ihn düsterer, schwärzer und irgendwie britischer inszeniert.

Das aber nur nebenbei. Meine Neugierde wurde geweckt, weil auf der Bluray folgender Satz steht:

Länger als die alte FSK-18-Fassung! Diese ungeschnittene Originalversion wurde neu geprüft und aufgrund veränderter Zeitumstände, im Gegensatz zur kürzeren FSK-18-Version, ab 16 Jahren freigegeben.

130326-schnittberichte-de.jpg
Geschnitten wird auch oben und unten.

Wie kann länger weniger «schlimm» sein? Eigentlich ist nur umgekehrt denkbar, wenn eine besonders drastische Szene rausgeschnitten wurde. Oder kann es sein, dass ein Film durch eine zusätzliche Szene weniger brutal wirkt? Vielleicht, weil am Schluss noch ein Einhorn durchs Bild tanzt und wieder alles gut macht? Und was zum Geier heisst «veränderte Zeitumstände»? Bezieht sich das darauf, dass wir in der heutigen Zeit so abgehärtet sind, dass ein an einer Motorsäge hängendes Stück Menschenfleisch mit 16 nicht mehr schockt, während man das bei der Premiere des Films vor 15 Jahren nur 18-Jährigen zumuten konnte? Oder sind die Zeitumstände im Film gemeint, die ihn irgendwie weniger gruselig erscheinen lassen?
„John Cleese mit schwarzer Unterhose“ weiterlesen

Des Photoshop-Hipsters liebster Effekt

Des Photoshop-Hipsters liebster Bildeffekt ist das Lichtleck. Der ist wahnsinnig hip, weil er charmant und nonchalant analoge Mängel simuliert und einem die lockere Lässigkeit eines Lomo-Fotografen angedeihen lässt, auch wenn man sich den analogen Film in seiner umständlichen Handhabe niemals antun würde und darum, einfallslos aber effektiv, mit der Digicam knipst.

130325-lightleak.jpg
Ein Foto von der Marktgasse Winterthur, das mit Lichtleak-Bild Nummer 59 behandelt wurde.

Das Lichtleck heisst in Hipster-Denglisch Light leak und es entsteht, wenn eine undichte analoge Kamera Licht auf den Film lässt. Mit der Diana tritt es manchmal so ausgeprägt auf, dass man Gegenmassnahmen ergreifen muss. Lichtlecks führen zu farbigen Flecken, Farbsäumen oder wolkigen Störungen, die man als Esoteriker auch gut als Aura-Fotografie verkaufen könnte. „Des Photoshop-Hipsters liebster Effekt“ weiterlesen

639 Terabyte pro Minute

Was passiert in einer Minute im Internet? Jemand bei Intel hat sich dazu eine schöne Infografik aus den Fingern gezogen.

130322-intel-infografik.jpg

30 Stunden Video werden bei Youtube hochgeladen. 2 Millionen Suchbegriffe bei Google gesucht. 6 Millionen Facebook-Seiten angesehen und 277 loggen sich ein. Und 320 Leute melden sich bei Twitter neu an. Besonders beachtlich finde ich den Download von 47’000 Apps und die 61’141 Stunden Musik, die Pandora streamt. „639 Terabyte pro Minute“ weiterlesen

Sie haben es doch schon immer gewusst!

Der Begriff der «Strategie der Spannung» stammt aus Italien und aus den 1990er Jahren – doch die so bezeichnete Methode wurde schon früher in aller Herren Länder angewandt: Beispielsweise zu Beginn des zweiten Weltkriegs oder während der Kubakrise.
Die Strategie der Spannung ist der Albtraum aller Verschwörungstheoretiker, weil sie die schlimmsten Befürchtungen wahr werden lässt. Und gleichzeitig ist sie auch der geheime Wunschtraum – weil es die Verschwörungstheoretiker ja schon immer wussten…

In die Klotzwelt abtauchen

«Minecraft» schafft, was «Second Life» verwehrt blieb: Das Spiel kreiert eine Parallelwelt, in der man sich gerne aufhält.

Es scheint gelegentlich, als seien alle guten Spielideen bereits geboren und sämtliche neuen Videogame-Titel bloss die Iteration einer alten Idee. Bis dann ein Titel mit einem überraschenden neuen Spielkonzept aufwartet. «Minecraft» ist der Vertreter einer neuen Spielart: Eine unendliche Spielwelt aus Klötzen, die man gestaltet, wie es einem gefällt. Und auch wenn Game-Historiker Einflüsse von Titeln wie «Infiniminer» oder «Dungeon Keeper» erkennen mögen, ist das Spiel von seiner Grösse und den Möglichkeiten her einzig in seiner Art.

130319-minecraft01.jpg
Direkt nach der Ankunft in der Klotzwelt – jetzt geht es ans Sammeln von Ressourcen!

«Minecraft» gehört in die Kategorie der Sandkastenspiele. Der Spieler kann sich frei bewegen und ist bei seinen Handlungen nicht an ein festes Szenario gebunden. Die Spielwelt wird zufällig erzeugt und wenn sich der Spieler dem Rand der «terra cognita» annähert, wird die Szenerie nach Bedarf automatisch erweitert. Die Methode dahinter nennt sich prozedurale Synthese, und ermöglicht Welten, in denen sich im Mehrspielermodus potenziell unendlich viele Spieler tummeln können.
„In die Klotzwelt abtauchen“ weiterlesen

Wo man sieht, ob man ein Twitter-Silberrücken ist

Eine neue Rubrik feiert hier ihre Premiere – sie heisst «Internetquickie» und ist für kurze Meldungen zu Entdeckungen aus dem Web, über die man nicht so viele Worte zu verlieren braucht. Und wenn jemand spekuliert, dass ich die Rubrik nur deswegen erfunden habe, weil ich gerade keine Zeit für ein langes Posting habe. Jawohl, das ist genau der Grund!

130319-twopcharts.jpg
Noch so einer, der zum erlauchten 99,9%-Club gehört.

Ein Dienst, der mir heute begegnet ist und viele meiner alteingessenen Twitterfreunde beglückt, heisst How long have you been on Twitter. Man sieht die üblichen Eckdaten wie Anzahl Follower, Tweets, Listeneintragungen, und so weiter. „Wo man sieht, ob man ein Twitter-Silberrücken ist“ weiterlesen

QR-Codes in der kreativen Gestaltung

Ich war heute wieder einmal unterwegs und habe eine neue Folge von Publisher Insiders gedreht. Ich war in Rickenbach SO und habe mir von Piotr Lisowski erklären lassen, wie man QR-Codes erstellt und, noch wichtiger, wie man sie auf einfallsreiche Weise in das Layout eines Plakats, Flyers oder eines Inserats einbaut.