Wo Windows seine Sünden registriert

Die Zuverlässigkeitsüberwachung protokolliert Abstürze, Systemfehler und aussergewöhnliche Ereignisse auf einer Zeitachse und liefert nützliche Hinweise bei der Fehlersuche.

Man kann nicht behaupten, dass Microsoft ein besonderes Talent für die Benennung seiner Produkte hätte. Die Namen sind oft umständlich, nichtssagend, schwer zu memorieren oder austauschbar. Das Systemmodul Zuverlässigkeitsüberwachung, so umständlich der Name auch ist, bringt einen immerhin auf die richtige Spur – auch wenn es eigentlich nicht die Zuverlässigkeit überwacht, sondern aufzeigt, wann das Betriebssystem unzuverlässig war und Abstürze, Fehler oder Hänger produzierte.

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Windows und seine Fieberkurve: Die Zuverlässigkeitsüberwachung zeigt an, wann Abstürze stattgefunden haben.

Das Diagnosewerkzeug, das in Englisch etwas knackiger «Reliability Monitor» genannt wird, steckt in der Systemsteuerung unter System und Sicherheit > Wartungscenter > Zuverlässigkeitsüberwachung. Es zeigt auf einer Zeitachse den Stabilitätsindex auf einer Skala von 1 bis 10. 10 bedeutet sehr stabil, 1 unstabil. Bei jedem Problem wird die Zahl reduziert, und erst nach einer gewissen Zeit ohne Vorkommnisse wieder erhöht. Windows bewertet sich relativ streng, indem je nach Schwere des Problems mindestens eine problemlose Woche verstreichen muss, bevor der Stabilitätsindex nach oben geht.

Sich mit Fehlercodes an die Ursachenforschung machen
Unterhalb der Zeitachse werden in den Kategorien Anwendungsfehler, Windows-Fehler, Verschiedene Fehler, Warnungen und Informationen die Vorkommnisse aufgeführt. Wählt man einen Tag oder eine Woche aus, dann findet man bei den Zuverlässigkeitsdetails Hinweise, welche Probleme konkret registriert worden sind. Über den Link Technische Details anzeigen erfährt man mehr zu dem Problem. Im Idealfall enthält die Meldung einen Fehlercode oder eine Angabe der Problemursache. Mit dieser Information kann man sich bei wiederkehrenden Fehlern per Google auf die Suche nach einer Lösung machen. Bei einmaligen Fehlern lohnt sich das nicht – denn in aller Regel gibt es nur bei den häufiger auftretenden Problemen ein Problem, dass behoben werden kann und sollte.

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In den Details einer Meldung erhält man im Idealfall Hinweise zur Ursache eines Problems.

Keine Wunder – aber gute Anhaltspunkte
Übrigens: Windows kann im Wartungscenter (in der Systemsteuerung unter System und Sicherheit) auch automatisch nach Problemlösungen suchen. Dazu klappt man bei Wartung die Liste mit den aufgelaufenen Problem-Reports aus und klickt dann auf Nach Lösungen suchen. Bei bekannten Problemen liefert Microsoft eine Anleitung zurück, mit der man das Problem im Idealfall behebt. Es kommt allerdings auch vor, dass man mit relativ vagen Vorschlägen abgespeist wird und so klug ist wie zuvor – denn Wunder vollbringen auch das Wartungscenter und der Reliability Monitor nicht. Aber sie liefern immerhin einen guten Anhaltspunkt für die Ursachenforschung von Abstürzen, Hängern und Crashs.

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Die automatische Suche nach Lösungen hat in der Supportdatenbank einen Artikel aufgestöbert, der bei Skype-Abstürzen hilft.

Autor: Matthias

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Ein Gedanke zu „Wo Windows seine Sünden registriert“

  1. Bei Windows 8 startet man die Zuverlässigkeitsüberwachung am einfachsten, indem man die Windows-Taste und “r” drückt und dann “perfmon /rel” eingibt.

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