Musik virtuell bei Herrn Bezos speichern

Seit letzter Woche ist der Amazon Cloud Player auch in der Schweiz zugänglich. Er spielt die Musiksammlung direkt im Browser.

Amazon ist längst nicht mehr nur das grösste Versandhaus im Netz. Auch bei der Internet-Infrastruktur und bei Cloud-Dienstleistungen ist das Unternehmen aus Seattle dick drin. Auf der leistungsfähigen Infrastruktur laufen viele Webdienste von Drittanbietern. Man nennt das auch Infrastructure as a Service.

Amazon bietet auch selbst eine Reihe von Cloud-Diensten an, von denen aber längst nicht alle ausserhalb der USA nutzbar sind. Ein Dienst hat es letzte Woche nun nach Europa geschafft. Der Cloud Player, der im März 2011 gestartet wurde.

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Optisch nicht sehr ansprechend, aber funktional: Der Cloud Player von Amazon.

Musik direkt im Browser hören
Dieser Player läuft ohne Zusatzsoftware im Browser – und zwar unter amazon.com/cloudplayer. Wer bei Amazon MP3-Titel gekauft hat, findet diese automatisch in seinem Player vor. Die Stücke sind nach Songs, Alben, Künstler und Genre sortiert und es gibt die automatischen Wiedergabelisten Neu hinzugefügt, Gekauft und Importierte Titel. Es ist möglich, neue Wiedergabelisten zu erstellen, und Songs auf den Rechner herunterzuladen – und natürlich kann man die Stücke in voller Länge abspielen. Das funktioniert bei einer ordentlichen Internetverbindung fast so unkompliziert wie bei iTunes oder dem Windows Media Player.

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Der Music Importer lädt Stücke von der Festplatte in die Musiksammlung in der Wolke.

Über die Schaltfläche Importieren lädt man Musik in den Cloudplayer hoch. Als Amazon-Kunde kann man gratis 250 Stücke in der Cloud deponieren. Mit der Premium-Option für 25 Euro im Jahr erhält man Kapazität für atemberaubende 250’000 Stücke – das wären, bei einer Läge von 3 Minuten pro Stück, knapp anderthalb Jahre Musik ohne Pause.

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Das spartanische Fenster von Amazon Cloud Drive, über das man Dateien auf die virtuelle Festplatte schickt.

Beim Klick auf Importieren gelangt man zum Download des Amazon Music Importer-Programms (für Windows und Mac). Das ist eine Air-Applikation, die automatisch nach Musik sucht und die Musik komplett hochlädt, falls die Kapazität es erlaubt – und ansonsten eine Liste der Titel und Wiedergabelisten präsentiert, aus der man die Tracks wählt, die in die Cloud gelangen sollen.

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Die bei Amazon deponierten Dateien sind im Browser und am Kinde Fire-Tablet zugänglich.

Virtuelle Festplatte mit bis zu einem 1 TB Kapazität
Nebst dem Cloud Player hat es auch Amazon Cloud Drive nach Europa geschafft. Dieser Dienst fungiert als virtuelle Festplatte für Dokumente, Bilder und Videos und arbeitet mit Amazons Tablet Kindle Fire zusammen (in der Schweiz nur inoffiziell über brack.ch oder pcp.ch erhältlich). Als Kunde von Jeff Bezos erhält man 5 GB Speicher gratis. Ein abgestufter Preisplan erlaubt es, die Kapazität bis auf 1000 GB zu erhöhen. Für 20 GB zahlt man 8 Euro i Jahr, für 100 GB sind es 40 Euro. Zur Nutzung benötigt man die Cloud Drive-Software.

Dieses Programm klinkt sich bei Windows in den Infobereich (rechts unten bei der Uhr) ein. Über den Befehl Upload-Fenster öffnen erscheint ein spartanisches Fenster, auf das man Ordner oder Dokumente zieht, um sie hochzuladen. Ein einfacher Upload ist auch möglich, indem man mit der rechten Maustaste auf eine Datei oder einen Ordner klickt und Senden an > Amazon Cloud Drive aus dem Kontextmenü auswählt oder Dateien auf das Cloud-Symbol im Infobereich zieht. Die hochgeladenen Dateien stehen dann über eine überschaubare Webansicht zur Verfügung.

Und übrigens: Es gibt natürlich auch eine iOS-App, mit der man die Musik am iPhone, iPad und iPod Touch hören kann. Auch das Herunterladen von Titeln und ganzen Wiedergabelisten zum Offline-Hören ist möglich. Die App für Android gibt es hier.

Autor: Matthias

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