Datenbackups in die Dropbox stopfen

Virtuelle Online-Festplatten wie die Dropbox, Skydrive von Microsoft, Google Drive oder Box.net lassen sich auch für die Datensicherung nutzen. Das Gratisprogramm Duplicati erledigt dafür die ganze Arbeit.

Eine Datensicherung ausser Haus hat grosse Vorteile: Sie erfolgt kontinuierlich und sie schützt auch vor grossen Unglücken wie Feuer, Wasserschäden oder Diebstahl. Bei herkömmlichen Datensicherungen auf eine externe Festplatte besteht bei diesen Ereignissen die Gefahr, dass nicht nur die Originaldaten, sondern auch die Sicherungskopien verloren gehen.

Eine bewährte Lösung fürs Offsite-Backup stellt Crashplan dar (vorgestellt im Tagesanzeiger). Wenn man relativ wenige Daten zu sichern hat, lassen sich Daten auch völlig kostenlos auf virtuellen Online-Festplatten sichern. Entsprechende Dienste gibt es von Dropbox, von Microsoft als Skydrive, von Google als Google Drive oder unter box.net. Auch von Amazon kann man relativ günstig grosse Datenmengen kaufen – S3 nennt sich dieser Dienst, der als Infrastrukturdienst für Betreiber grosser Websites gedacht ist.

Die Crux ist, die zu sichernden Daten und Dokumente möglichst ohne viel Aufwand auf die Online Festplatte zu verfrachten. Und hier kommt Duplicati ins Spiel. Dieses Programm ist unter www.duplicati.com kostenlos für Windows, Mac OS X und Linux erhältlich. Es findet automatisch neue, zu sichernde Dateien, verschlüsselt sie mit AES-256-bit und lädt diese automatisch zum gewünschten Dienst hoch. Erfahrene Anwender können das Programm auch über die Befehlszeile steuern.

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Die Auswahl der zu sichernden Daten.

Die Sicherung per Assistent einrichten
Duplicati arbeitet als Assistent, mit dem man die Datensicherung in wenigen Schritten einrichtet. In einem ersten Schritt kann man eine neue Sicherung einrichten, vorhandene Sicherungen bearbeiten, entfernen oder sofort ausführen oder Daten wiederherstellen. Bei der Option Eine neue Sicherung planen vergibt man dann als erstes einen Namen und man kann, wenn man möchte, sie auch einer Gruppe zuordnen. Gruppen sind sinnvoll, wenn Duplicati über die Befehlszeile benutzt wird. Dann können alle Backup-Aufträge einer Gruppe in einem Rutsch ausgeführt werden.

In einem zweiten Schritt wählt man die zu sichernden Dateien aus – man kann dazu die Standard-Dokumentenordner wie Eigene Dokumente, Eigene Bilder, etc. angeben oder einen oder mehrere Ordner angeben, die dann mit den Unterordnern gesichert werden.

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Wann die Sicherung durchgeführt wird – und wann nicht.

Im nächsten Schritt verschlüsselt man die Datensicherung mittels Kennwort. Nebst der integrierten Option AES-256 kann man, falls installiert, auch Gnu Privacy Guard zur Chiffrierung verwenden. Im nächsten Schritt wählt man das Ziel der Datensicherung. Viele populäre Dienste wie Dropbox, Google Docs, Skydrive, CloudFiles und Amazon S3 werden vom Assistenten angeboten. Andere Dienste, die Standard-Protokolle wie FTP oder WebDAV verwenden, können ebenfalls eingebunden werden. Mit FTP als Standardprotokoll für Webserver ist es entsprechend möglich, die Daten auch auf dem eigenen Webserver zu deponieren, falls der entsprechende Kapazitätsreserven bereithält.

Virtuelle Meta-Backup-Festplatte
Es ist über mehrere Datensicherungssätze auch möglich, Daten auf verschiedene Dienste zu verteilen, um so die verschiedenen Gratisangebote quasi zu einer virtuellen Meta-Backup-Festplatte zusammenzuziehen.

Im Dialog zum Webdienst sind Benutzername und das Passwort anzugeben, sowie der Unterordner, in dem die Sicherung platziert werden soll.

In den erweiterten Einstellungen lässt sich dann angeben, wann und wie oft die Sicherung ausgeführt werden soll. Nebst der täglichen Sicherung sind auch wöchentliche, zweiwöchentliche und monatliche Intervalle möglich, und man kann die Tage festlegen, an denen nicht gesichert werden soll. Auch die Uhrzeit des Backups ist wählbar und es ist möglich, Dateien anhand ihres Typs von der Sicherung auszuschliessen. Die entsprechenden Regeln können sogar reguläre Ausdrücke enthalten.

Inkrementell oder vollständig
Duplicati sichert Dateien inkrementell, sprich: Es werden jeweils nur die seit der letzten Sicherung veränderten oder neu erstellten Dateien gesichert. Das reduziert die Datenmenge markant, erschwert aber unter Umständen die Wiederherstellung. Es kann daher eingestellt werden, wie oft eine vollständige Datensicherung erfolgen soll – beispielsweise monatlich. Zur Wiederherstellung vorheriger Versionen kann man alte Sicherungssätze auch beibehalten – wann und wie die gelöscht werden, wird in den Bereinigungseinstellungen festgelegt.

In den Einstellungen zur Ressourcennutzung lässt sich die Übertragungsgeschwindigkeit für Up- und Downloads begrenzen, damit die sonstige Internetnutzung nicht beeinträchtigt ist.

Fazit: Duplicati ist ein ausgeklügeltes und ausgereiftes Programm, das bei einem Datenbestand von wenigen Gigabytes eine absolut kostenlose Datensicherung im Netz ermöglicht, die dank Verschlüsselung auch als sicher gelten darf.

Autor: Matthias

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