Ein Lied vom Kindle und dicken Büchern

An der Lektürenfront hat ich, wie letzte Woche erzählt, eine grössere Schlacht aufgetan. Ich konnte mich «A Song of Ice and Fire» als nerdkulturellem Ereignis nicht entziehen und habe inzwischen «A Game of Thrones» erfolgreich hinter mich gebracht. Gleichzeitig haben wir ein Auge in die erste Staffel der HBO-Serie geworfen und können Billigung vermelden. Televisionär wird die Geschichte zwar gerafft, aber originalgetreu erzählt und stimmig inszeniert. Die Fernsehbilder passen gut zu den Vorstellungen, die beim Lesen in meinem Kopf entstanden sind. Die Angst, die schlechte Visualisierung einer Film- oder Fernsehproduktion könnte meine eigene Vorstellung auslöschen, steckt mir seit den Michael-Ende-Verfilmungen von «Momo» oder «Die unendliche Geschichte» in den Knochen.

Doch zum Glück haben hier Kulissenbauer und Besetzer gute Arbeit geleistet. Ein Lob geht auch an die Produzenten und Regisseure, weil bezüglich sexueller Inhalte keine Inszensierung daraus geworden (übrigens mein Vorschlag für den Duden: Eine Inszenierung, die gleichzeitig zensuriert). Wenn Tyrion sich im Bordell vergnügt, darf auf gar keinen Fall falsche Scheu herrschen, finde ich. „Ein Lied vom Kindle und dicken Büchern“ weiterlesen

Die Wodka-Mücken aus der Tunguska

Es kracht in der Tundra von Sibirien, Millionen von Bäumen werden umgeknickt – und keiner will es gewesen sein? Ein Ereignis vom 30. Juni 1908 wirft auch heute noch mehr Fragen auf, als die Wissenschaftler beantworten können – und wie immer in solchen Momenten schlägt die Stunde der Para- und Parawissenschaftler. Und am Schluss läuft alles darauf hinaus, dass wir heute ganz genau Bescheid wissen könnten, wenn ein schussliger russischer Forscher bloss seine Kristalle nicht verloren hätte.

Blitzartige Massenbildbearbeitung

Das Gratis-Windows-Programm BatchBlitz vereinfacht wiederkehrende Bildbearbeitungsaufgaben. Als Task gespeichert, können die Befehlsabfolgen einfach rezykliert und auf eine beliebige Zahl Bilder angewandt werden.

Blitz ist eines der deutschen Wörter, die es als Leihwörter in den englischen Sprachschatz geschafft haben. Das kann bei BatchBlitz zu Verwirrungen führen, denn trotz der deutschen Anleihe im Namen ist die Benutzeroberfläche durchgehend englisch.

Das Programm tut jedenfalls das, was man von ihm erwartet: Es bearbeitet Bilder schnell, und als Batch, also stapelweise. Nach dem Start klickt man auf die Schaltfläche mit dem leeren Blatt, um einen neuen Task einzurichten. Es gibt drei Optionen Empty, Standard und Full. Die Entscheidung hier bewirkt, wie viele Befehle bei Action bereits eingetragen sein werden. Wenn man genau weiss, was man tun möchte, kann man problemlos mit Empty starten. Um das Programm kennenzulernen, ist Full nicht verkehrt.
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Was Websites dürfen (und was nicht)

In Firefox darf man pro Website die Berechtigungen zu Passwörtern, dem Standard, Cookies, Popup-Fenster und zum Offline-Speicher setzen.

Eine Reihe von wirklich nützlichen Einstellungsmöglichkeiten steckt bei Firefox nicht in den Konfigurationsdialogen. Sie sind nur über die Eingabe von «Geheimbefehlen» erreichbar. Ein Beispiel ist der Befehl about:permissions.
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Dürfen Fenster poppen und Cookies bröseln? Firefox steuert das auch pro Site.

Tippt man ihn in die Adressleiste ein, erscheint eine Konfigurationsseite, auf der man Vorgaben global und pro Website treffen kann. „Was Websites dürfen (und was nicht)“ weiterlesen

Genau Bescheid wissen über die Software-Nutzung

Die Website wakoopa.com protokolliert, wie lange Programme laufen. Man kann so seine eigenen Gewohnheiten analysieren, aber auch interessante Erkenntnisse über die Popularität von Softwareprodukten in Erfahrung bringen.

Wakoopa.com dürfte für manche Leute ein Privacy-Unding sein: Der Webdienst protokolliert minutiös, welche Software wie lange benutzt wird und was für Web-Anwendungen zum Einsatz gelangen – ein digitaler Big-Brother. Der so genannte Tracker erhebt diese Nutzungsdaten, übermittelt sie an den Webdienst, wo sie öffentlich einsehbar sind. Das Unternehmen aus den Niederlanden verkauft die aggregierten Daten an Unternehmen, die sich dafür interessieren. Und das sind, laut den Referenzen auf der Website, unter anderem Wired, Google und Neckermann. Die Daten sollen dabei helfen, E-Commerce-Lösungen zu verbessern, Erkenntnisse zu den Websites von Konkurrenten liefern und aufzeigen, wie beliebige Online-Kampagnen wirken.

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Schlüssige Informationen über die persönliche Softwarenutzung mit der «Hitparade» der vergangenen Woche.
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Jahrzehntlich grüsst das Murmeltier

In meiner kleinen Lesereihe zu Zeitreisegeschichten (jetzt allerdings unterbrochen durch 3880 Seiten AGoT-ACoK-ASoS-AFfC (*)) komme ich auf «Replay» zu sprechen. Beim Roman von Ken Grimwood, der in deutsch die Unterzeile «Das zweite Spiel» verwendet, sind Parallelen zum Film «Groundhog Day» unverkennbar. Statt einen Tag zu wiederholen, erlebt der Protagonist Jeff Winston jedoch den Teil zwischen 18 und seinem 43. Geburtstag mehrfach. Er tut das im vollen Bewusstsein seiner früherigen Leben, aber ohne Wissen um den Grund seiner Ehrenrunden. Und (vorerst) ohne eine Ahnung zu haben, ob diese Wiederholungen nun bis in alle Ewigkeiten andauern werden.

Jeff Winston tut, was wir alle in seiner Situation auch tun würden: Er legt es darauf an, sich mit seinem Wissen über die Zukunft Vorteile zu verschaffen und stinkreich zu werden. Das gelingt, ist aber nicht sehr befriedigend. Also versucht er es mit selbstzerstörerischen Drogen- und Sex-Exzessen, mit heiler Welt, mit Einflussnahme in den Lauf der Dinge… und scheitert, bis zum Moment „Jahrzehntlich grüsst das Murmeltier“ weiterlesen

Mutter aller Phantasmagorien

Welches ist eigentlich die Ur-Verschwörungstheorie und die Mutter aller Phantasmagorien? Robert Anton Wilson ist einer, der es wissen muss, und er schreibt in seinem Buch «Lexikon der Verschwörungstheorien» es seien die Hirngespinste des französischen Jesuiten Abbé Augustin Barruel gewesen. Der suchte Ende des 18. Jahrhunderts nach den Gründen der französischen Revolution, sog all die Ideen, die andere Wirrköpfe ihm zutrugen, begierig auf und liefert noch heute den Rechtsradikalen in aller Welt Baumaterial für ihre Ideologiegebäude…

Wie man Excel funktionsmässig aufwertet

Wenn das Angebot an Formeln in Microsofts Tabellenkalkulation nicht ausreicht, kann man eigene Funktionen nachrüsten.

«Ich möchte in meiner Tabelle Zellen farblich markieren, die eine bestimmte Formel verwenden. Ist das möglich?» schreibt ein Leser der Kummerbox. Die Antwort ist ein Jein. Eigentlich geht das nicht. Mit einem kleinen Trick aber doch.

Dieser Trick basiert darauf, dass sich in Excel eigene Funktionen hinterlegen lassen. Diese lassen sich dann, wie die ganz normalen Excel-Funktionen, in seinen Tabellen verwenden. Man baut somit eine Funktion ein, die die in einer Zelle verwendete Formel zurückliefert – und kann diese Information dann auch für die bedingte Formatierung heranziehen.

Die eigene Funktion erfassen
Um die benutzerdefinierte Funktion zu erfassen, betätigen wir in Excel die Tastenkombination Alt + F11, um den Visual-Basic-Editor zu starten. „Wie man Excel funktionsmässig aufwertet“ weiterlesen

Das kleine, rote Notizbuch

RedNotebook ist ein einfaches Open-Source-Programm, das Notizen, Ideen und Links in chronologischer Form festhält.

Ein Eintrag pro Tag – das ist das Konzept bei RedNotebook. In diesem digitalen Journal kann man alles festhalten, was einem während des Tages begegnet. Ideen, Aufgaben, aber auch Weblinks oder Bilder. Inhaltlich ist man frei: Ob persönliches Tagebuch oder Geschäftsprotokoll, spielt keine Rolle.

Format
Über den Datumsnavigator am linken Rand wählt man einen Tag aus. Tage mit einem Eintrag werden fett markiert. Im Dokumentenbereich in der Mitte erscheinen die Notizen des fraglichen Tages, und können editiert werden. RedNotebook verwendet einfache Formatierungsbefehle: Um Text fettzudrucken, setzt man am Anfang und am Ende je zwei Sterne. Für Kursivschrift verwendet man je zwei senkrechte Striche (||) und Titel setzt man zwischen Gleichheitszeichen: Das ist für Anwender von WYSIWYG-Programmen wie Word ungewohnt, hat aber den Vorteil, dass man seine Texte während des Schreibens, ohne zur Maus zu greifen, formatiert. „Das kleine, rote Notizbuch“ weiterlesen

Was taugt Google Books Downloader?

Ein Gratisprogramm verspricht, Bücher von Google-Books herunterzuladen. Das funktioniert aber nur teilweise.

Seit 2004 scannt Google den Buchbestand grosser US-amerikanischer Bibliotheken, indiziert den Inhalt der Werke und stellt sie in durchsuchbarer Form auf books.google.com zur Verfügung. Es gibt auch Kooperationen mit Verlagen, durch die Google Bücher als PDF-Datei zur Verfügung gestellt bekommt und diese in den globalen Suchindex eingliedern kann. Mit Google Books scheint die Vision des kollektiven Gedächtnisses in greifbare Nähe zu rücken…

Die Recherche mit der Google-Books-Website indes ist bis heute alles andere als praktisch gelöst – gerade für wissenschaftliche Zwecke. Darum liegt die Idee nicht fern, ein Buch zu Recherchezwecken als Ganzes herunterzuladen, um mit ihr lokal arbeiten zu können.
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