Alfred serviert im Eilzugstempo

Programme starten, Lesezeichen öffnen, googeln oder Amazon durchforsten, ohne die Maus zu bemühen – das ist mit dem kostenlosen Hilfsprogramm Alfred möglich.

Es ist zwar reichlich klischeehaft, für einen dienstbaren Geist den Namen Alfred zu verwenden; aber Alfred Pennyworth (der Butler von Batman) und andere Alfreds haben das kollektive Gedächtnis nun einmal entsprechend geprägt. Und Alfred, das Dienstprogramm für Mac OS X, trägt dieser Tradition durchaus Rechnung.

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Die Programmsuche per Tastatur ist schneller als via Dock oder Spotlight.

Alfred ist erst einmal ein Programmstarter. Über die Tastenkombination Alt + Leertaste (sie kann in den Preferences in der Rubrik General auch angepasst werden) ruft man ein grosses Eingabefeld auf den Plan. Dort tippt man den Namen des zu startenden Programms ein und erhält sogleich eine Auswahl der passenden Programme angezeigt. Das passende Programm erscheint in aller Regel nach den ersten zwei, drei Buchstaben und kann per Mauszeiger ausgewählt und per Enter gestartet werden. Es ist aber auch möglich, es mit der Blumenkohl-Taste und einer Ziffer zu starten. Wenn man beispielsweise das Programm aufrufen will, das an dritter Stelle erscheint, tippt man ⌘3.

Alfreds Arbeitsmotto: Tempo Teufel!
Das lässt sich ähnlich auch mit Spotlight bewerkstelligen. Alfred geht nun aber einen entscheidenden Schritt weiter: Man kann nicht nur Programme starten, sondern auch viele weitere Aktionen veranlassen. Dazu betätigt man wiederum die Alfred-Tastenkombination (also standardmässig Alt + Leertaste) und gibt an ein Schlüsselwort für den gewünschten Dienst ein. Das Schlüsselwort google sendet die nachfolgende Eingabe an Google. Mit Alt + Leertaste google Alfred Pennyworth führt man eine Suche nach Batmans Butler durch, und zwar auch dann, wenn kein Browser gestartet ist.

Analog funktioniert kann man mit amazon eine Suche auf dem Portal des grössten Internethändlers starten. Will man Filme recherchieren, verwendet man imdb und für Wikipedia stellt man wiki voran. Der Begriff translate führt Übersetzungen aus und mit bitly führt man ruckzuck eine Adressverkürzung aus. In den Einstellungen von Alfred in der Rubrik Features kann man unter Custom searches eigene Suchläufe erfassen. Und es ist möglich, die Suchbegriffe anzupassen. Wenn einem beispielsweise das Kürzel google zu lang ist, kann man es auch einfach in g abändern: Dann reicht schon die Eingabe g Alfred Pennyworth, um Batmans Butler auf die Spur zu kommen.

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Mit dem richtigen Schlüsselwort durchsucht man Dokumente.

Das ist aber noch nicht alles: Um nach Dokumenten zu suchen, tippt man find und ein Wort aus dem Dateinamen: find matthias findet alle Dateien mit «Matthias» im Dateinamen. Wählt man eine Datei aus, wird sie im Finder angezeigt. Um die Datei gleich zu öffnen, verwendet man das Schlüsselwort open, also zum Beispiel open Matthias. Mit dem Schlüsselwort in durchsucht man Dateien: in Matthias fördert alle Dokumente zutage, in denen dieser Name enthalten ist.

Alfred beseitigt Abfall und terminiert blockierte Programme
Alfred führt auch Systemaufgaben auf:

  • Die Aufforderung screensaver startet den Bildschirmschoner
  • Mit trash öffnet man den Papierkorb, emptytrash löscht ihn.
  • Der Befehl logout führt eine Abmeldung durch, mit sleep versetzt man den Rechner in den Ruhezustand, mit lock sperrt man ihn, restart führt einen Neustart durch und shutdown fährt den Rechner hinunter.
  • Mit eject und eject all kann man Laufwerke auswerfen, wenn das in den Einstellungen unter Features > System Commands so konfiguriert ist.
  • Und es ist auch möglich, Programme zu verstecken, zu beenden und abzuwürgen: hide firefox minimiert den Browser, quit word beendet die Textverarbeitung und forcequit itunes terminiert das Musikprogramm, wenn es hängt.

Alfred kann auch rechnen: Dazu gibt man einfach die gewünschte Rechenaufgabe ins Fenster ein und erhält sofort das Ergebnis.

Diese Funktionen sind in der kostenlosen Version enthalten. Es gibt nun auch die Möglichkeit, Alfred über das so genannte «Powerpack» aufzurüsten. Es ermöglicht Operationen mit E-Mail, dem Adressbuch, iTunes, der Zwischenablage, der Shell und dem Terminal. Das Powerpack ist für 15 Pfund (ca. 22 Franken) erhältlich.

Ein Muss!
Alfred ist im Mac App Store verfügbar. Möchte man Powerpacks installieren, benötigt man allerdings die Version direkt vom Hersteller.

Fazit: Eine tolle Anwendung, die tastaturfixierten Benutzern enorm viel Zeit spart und die man nicht mehr missen möchte.

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Umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten für Websuche und Systemarbeiten.

Autor: Matthias

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