In welche Ecke kommt das Sofa?

floorplanner.com ist eine Website, auf der man Grundrisse zeichnet, Möbel herumschiebt und die Einrichtung der künftigen Wohnung oder einer herbeifantasierten Traumvilla plant.

Manche Leute stellen nach einem Umzug erst einmal alle Habseligkeiten in den grössten Raum des neuen Heims, und sehen dann, wie sich die Einrichtungsgegenstände sinnvoll auf die Zimmer verteilen lassen. Andere möchten einen Umzug doch etwas systematischer angehen, und setzen Millimeterpapier und Bleistift oder eine Planungssoftware ein.

Man kann diese Arbeit nun auch online erledigen. Ein holländisches Unternehmen betreibt unter floorplanner.com eine aufwändige CAD-Anwendung, die Desktop-Programmen kaum nachsteht. Und: Die Nutzung ist in der Basic-Variante sogar kostenlos. Dafür gibt es ein Projekt für einen Nutzer. In der Variante Plus sind für 14,95 US-Dollar fünf Projekte pro Jahr mit einem Benutzer möglich. Es gibt darüber hinaus noch drei weitere Pläne mit mehr Möglichkeiten, wobei die Unterschiede im Detail unter floorplanner.com/products ersichtlich sind.

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Der Grundriss, in dem man Wände und Böden zeichnet und die Wohnung mit Einrichtungsgegenständen ausstattet.

Wände zeichnen, Böden belegen
Die Verwaltung der Projekte erfolgt über das Dashboard. An dieser Stelle können bei den teureren Plänen auch die «Sub-User», d.h. die mit dem Projekt betrauten weiteren Anwender, administriert werden. Im 2-D-Editor findet die eigentliche Arbeit statt: Hier zeichnet man den Grundriss seiner Wohnung oder des Hauses – es sind natürlich mehrgeschossige Gebäude möglich – und es werden Möbel und Einrichtungsgegenstände platziert.

Mit dem Werkzeug Raum zeichnen zieht man rechteckige Räume auf, die aus einer Bodenfläche und einer Wand bestehen. Man kann Wände aber auch separat, mit dem Werkzeug Line or dimension erstellen, und mit dem Werkzeug Oberflächen für die Bodengestaltung sorgen. Mit einem Klick wird bei Linien oder Flächen jeweils ein Punkt hinzugefügt und mit einem Doppelklick schliesst man die Arbeit am aktuellen Objekt ab. Ein Einfachklick auf ein bestehendes Objekt erlaubt es, die Eigenschaften zu verändern: Bei der Wand legt man die Dicke und Höhe fest, bei Bodenflächen gibt man eine Beschreibung ein, zum Beispiel «Wohnzimmer» oder «Küche». Im Informationsfensterchen ist ausserdem eine Flächenangabe in Quadratmetern ersichtlich.

Einen Erker einziehen? Nichts leichter als das!
Per Doppelklick kann man ein Objekt weiter modifizieren. Bei Wänden steht der Befehl Wand teilen zur Verfügung, mit dem man einen Bearbeitungspunkt einfügt. Über einen solchen Punkt kann man eine Wand ausbuchten und beispielsweise einen Erker einfügen.

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Die 3-D-Ansicht, die sich drehen und wenden lässt.

Per Doppelklick auf eine Bodenfläche legt man deren Belag fest. In der Bibliothek stehen viele Muster zur Auswahl: Von Steinfliesen über Teppiche in verschiedenen Farben bis zu Linoleum und Parkett. Das Werkzeug Tür oder Fenster hinzufügen sorgt, natürlich, für die passenden Durchbrüche in den Mauern und über das Textwerkzeug kann man Beschriftungen vornehmen.

Sobald der Grundriss steht, zieht man aus der Seitenleiste Möbel und Einrichtungsgegenstände in die Zeichnung. Rund 1200 Gegenstände sind vorhanden. Per Klick erscheinen Anfasser, über die das Objekt skaliert und gedreht werden kann. Auch eine Schaltfläche zum Löschen und eine zum Duplizieren des Objekts sind vorhanden. Per Doppelklick dürfen auch Einrichtungsgegenstände modifiziert werden: Nebst der Farbe können Länge, Breite und Höhe in Zentimetern angegeben werden und das Objekt kann gespiegelt werden.

Zwei- und dreidimensional drucken
Ob die im Grundriss gezeichnete Wohnung auch richtig wirkt, kann in der 3-D-Ansicht überprüft werden. Sie zeigt das Objekt zoom- und drehbar, wobei beim Klick auf eine Wand ein Dialog zur Anpassung der Wandfarbe aufpoppt.

Der fertige Plan kann in der 2-D- und in der 3-D-Ansicht gedruckt werden.

Fazit: Eine simple und nützliche Lösung, die man mit etwas Übung produktiv einsetzen kann. In der Galerie sind ausserdem viele fixfertige Entwürfe vorhanden, die man zur Inspiration ansehen und auch im Editor bearbeiten darf – was beim Kennenlernen der Software sehr hilfreich ist.

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

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