Selber Bücher verlegen? Ein Kinderspiel!

Druckerzeugnisse lassen sich in Auflagen von ein bis wenigen Dutzend Exemplaren einfach und günstig übers Internet bestellen.

Der Digitaldruck hat in den letzten Jahren rasante Fortschritte gemacht. Bei diesem Verfahren werden die Druckerzeugnisse wie beim Laserdrucker direkt vom Computer an die Maschine übergeben. Da keine Druckplatten benötigt werden, ist das Verfahren auch bei Kleinstauflagen günstig und schnell. Gleichzeitig sind immer raffiniertere Webshops entstanden, sodass man heute jegliche Drucksachen bequem per Internet bestellen kann. Man kann somit Publikationen in Farbe erstellen, ohne selbst ein entsprechendes Ausgabegerät besitzen zu müssen. Auch das Schneiden, Heften oder Binden erledigt der Dienstleister. Das kommt oft günstiger als die Eigenproduktion – zumindest, wenn man die eigene Arbeitszeit in die Rechnung miteinbezieht.

Flyer, Briefpapiere, Visitenkarten oder Broschüren
Die Schweizer Fachzeitschrift «Publisher» (für die der Autor dieses Beitrags als teilzeitlicher Redaktor tätig ist), hat in der Juni-Ausgabe dieses Jahres Schweizer Drucksachen-Portale verglichen und in einer ausführlichen Übersicht Angebote und Preise gegenübergestellt. Aufgeführt sind u.a. Angebote für Flyer, Briefpapier, Visitenkarten, Couverts und Broschüren im A4- oder A5-Format.

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Auf einer Website Bücher veröffentlichen und verkaufen. Im Bild der Honorarrechner, in dem man den Verkaufspreis seines Werks festlegt.

Auch «richtige» Bücher, ob gebunden oder geheftet, lassen sich via Internet bestellen. Ich habe vor Kurzem einen Test mit epubli.de durchgeführt. Es ging um «Das schönste ABC der Welt», eine Publikation der Zeitschrift «Kulturaustausch», die man als PDF kostenlos via Wikipedia herunterladen, aber nicht ohne Weiteres als «richtiges» Buch bestellen kann.

Epubli.de ist eine Plattform, über die man Bücher drucken, aber auch «on demand» für andere zur Verfügung stellen kann – was man selbstverständlich nur mit Büchern tun sollte, an denen man das Urheberrecht besitzt. Das Buch kann dann über den Buch-Shop des Webseitenbetreibers, aber auch über den Buchhandel und den Amazon Marketplace vertrieben werden. Im Honorarrechner legt man den Preis für sein Buch selbst fest. Der Minimalpreis entspricht den reinen Druckkosten, plus Mehrwertsteuer und Vertriebskosten. Was beim festgesetzten Verkaufspreis übrig bleibt, ist das Autorenhonorar. Je höher der Preis, desto grösser das Honorar pro Exemplar – wobei einem die Entscheidung nicht erspart bleibt, ob man besser wegkommt, wenn man wenige Bücher mit hoher Marge oder viele Bücher mit kleiner Marge verkauft.

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Im Bucheditor Ausstattung, Seitenzahl bestimmen und kontrollieren.

Bücher für den Eigenbedarf
Man kann aber auch Bücher für sich selbst drucken, ohne diese auf der Website freizugeben. In diesem Fall gibt man die Bindungsart, Papiertyp, Format, Coverdruck, Seitenzahl, Farbigkeit von Cover und Inhalt und die Auflage an und sieht sofort den Preis. Im Fall von «Das schönste ABC der Welt» ergibt sich mit Ringbindung, 90 g/m² Papier in mattweiss, im Format DIN A4 quer und durchgehend farbig bei einer Auflage von 1 Stück einen Preis von knapp 20 Euro, inklusive Versand.

Nachdem die Buchausstattung festgelegt ist, lädt man im Bucheditor die PDF-Datei hoch und überprüft, ob die Seitenlage stimmt und Frontcover und Rückseite richtig liegen. Für die Front und die Rückseite lassen sich separate PDF-Dateien hochladen, es ist aber auch möglich, die erste bzw. letzte aus der PDF-Datei mit dem Inhalt zu wählen. Wenn alles passt, löst man den Auftrag aus. Beim Test hat der ganze Vorgang inklusive Bezahlung mit der Kreditkarte bestens geklappt. Das fertige Buch wurde innert nützlicher Frist und technisch einwandfrei zugestellt.

Wer nun findet, auf Paper gedruckte Bücher seien sowieso längst passé, der kann auch zum E-Book-Verleger werden. Über das Kindle Direct Publishing-Portal von Amazon lassen sich Bücher als elektronisches Buch für den Kindle-Ebook-Reader veröffentlichen.

Autor: Matthias

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