Dinge erledigt kriegen

Die App Nubi Do setzt eine populäre Methode zur Selbstorganisation ein. Indem man Aufgaben richtig organisiert, sollte sich der Alltagsstress verringern – so zumindest die Theorie.

GTD – nicht zu verwechseln mit dem Kürzel GT, das für das populäre Rennspiel «Gran Turismo» steht – ist eine Methode zur Selbstorganisation. Der Vater der Methode ist der US-amerikanische Autor und Berater David Allen. Vor allem Informatiker und Computer-Nerds scheinen die Methode zu mögen – wohl einfach, weil sie durch Strukturierung des Alltagshalts Halt verspricht und die Hoffnung nährt, den durch soziale Netzwerke, Multitasking und Gadget-Overkill verursachten Stress zu lindern.

Nur «akute» Aufgaben vor der Nase haben
GTD oder «Getting Things Done» lässt sich auch ohne App mit Hilfe von Papier und Bleistift praktizieren. Die Idee ist, dass Dinge, die man innert drei Minuten erledigen kann, gleich sofort tun soll. Alle anderen Dinge werden kontextbezogen organisiert. Statt sich fixe Termine zu setzen oder lange To-Do-Listen zu führen, werden Aufgaben so abgelegt, dass man nur die Aufgaben vor der Nase hat, die unmittelbare Aufmerksamkeit fordern.

Nubi Do ist eine der vielen Apps für iOS, die dieses Konzept in Softwareform umsetzt. Die anstehenden oder bereits überfälligen Aufgaben zeigt die App im Eingang. In der Ansicht Als Nächstes/Anstehend sind die demnächst fälligen Verpflichtungen ersichtlich. Ausserdem kann man die Aufgaben nach Listen – zum Beispiel nach Projekten und nach privaten und beruflichen Tätigkeiten – sortieren. Auch eine Liste wie Haushalt oder Einkaufen ist durchaus sinnvoll. Denn zu der Idee hinter GTD gehört es, sich von den banalen Anforderungen des Alltags zu entlasten. Es gibt auch eine Kalenderansicht, in der die Termine nach Wochentag ersichtlich sind und die Aufgaben können fix terminiert und bei Bedarf auch wiederkehrend definiert werden.

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Links: Die Aufgaben werden so sortiert, dass nur die gerade anstehenden zu sehen sind.
Rechts: Ob wiederkehrend, drängend oder weniger wichtig, wird in der Detailansicht erfasst.

Die Sortierung machts
Somit kann man Nubi Do fast wie eine klassische Todo-Liste oder einen Terminkalender nutzen. Dann könnte man seine Aufgaben allerdings auch einfach der Kalender-App anvertrauen. Nubi Do ist dann hilfreich, wenn man sich die Mühe macht, seine Aufgaben nach Listen, Kontexten und Tasks zu sortieren. Die Liste ist das übergeordnete Kriterium, das private und berufliche Dinge trennt. Der Kontext könnte etwa eine Person, ein Betätigungsfeld (z.B. Fitness) oder einen Ort (z.B. Haus/Wohnung) vorgeben. Über Tags lassen sich die Einträge mit Schlagworten versehen. Mit diesen Hilfsmitteln grenzt man die Ansicht so ein, dass man nur die Aufgaben sieht, die man auch angehen kann. Sitzt man im Büro, dann hat man nichts davon, wenn die Aufgabe «Garage aufräumen» zuoberst in der Liste steht und rot als überfällig gekennzeichnet ist.

In der Detailansicht einer Aufgabe lassen sich ausführliche Notizen erfassen. Die Aufgabe kann über Anker an ein bestimmtes Datum «festgepinnt» werden – das tut man dann, wenn sie am Fälligkeitstag oder als nächstes erledigt werden muss. Ausserdem kann man die Priorität und den Wiederholungsrhythmus festlegen. Nubi Do kann die Informationen bei Bedarf automatisch mit Google Docs synchronisieren.

Methodische Herangehensweise ist ein Muss
Ob die App etwas bringt, hängt vom Benutzer ab. Wer gewillt ist, seinen Alltag methodisch zu organisieren, der findet in Nubi Do eine App, die mit vergleichsweise geringem Aufwand den Strauss an beruflichen und privaten Pflichten in überschau- und verkraftbare Häppchen gliedert. Für Nicht-Nerds könnte die App allerdings ein zusätzlicher Stressfaktor sein. Dann ist ein Notizbuch, eine Zettelwirtschaft oder eine Moleskine-Agenda doch die bessere Wahl. Zu kritisieren an der App ist die schlechte Dokumentation. Wie man Nubi Do nutzt, ist nicht selbsterklärend, doch auf der Website des Herstellers gibt es nur sehr knappe Angaben. Für eine App mit dem Preis wäre eine ausführliche Hilfe nicht zuviel verlangt.

Nubi Do (10 Franken), für iPhone, iPod touch und iPad, ab iOS 4.2
Nubi Do Lite (kostenlos):

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

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