Stinken wie ein Klingone

Eben darf ich hocherfreut zur Kenntnis nehmen, dass meine Gebete erhört wurden und es nun endlich, endlich, endlich ein Parfüm für mich gibt. Jawoll, endlich gibt es den Star-Trek-Duft.
Wobei, wenn ich mir die Sache näher ansehe, dann kehrt sich meine Begeisterung ins Gegenteil. Die Duftnoten «Tiberius for Men» (frische, sinnliche Note) und «Red Shirt for Men» (Kopfnote von grüner Mandarine (?), Bergamotte und Lavendel) lassen einen riechen wie Captain Kirk oder einen Sternenflottenoffizier, der zu den Technikern oder zur Sicherheitsmannschaft gehört. Letztere tragen die rote Hemden.
Langweilig! Wenn schon, dann will ich riechen wie ein Ferengi, ein Vulkanier, Cardassianer, Borg, oder, noch viel besser, wie ein Klingone. Die Leute sollen glauben, ich hätte Stirnwülste, üppige Mähne und zwei Lebern, wenn ich mit Klingon fragrance besprüht einen Raum betrete. Ich erinnere mich, dass ich neulich im Manor ein Parfüm ausprobiert habe, dass «Alien» hiess (von Thierry Mugler). Es roch überhaupt nicht ausserirdisch und es war sowieso für Frauen. Das kanns ja wohl nicht sein. Es versteht sich von selbst, dass so ein Duft beim ersten Mal inhalieren absolut widerwärtig riechen sollte, einem das Wasser in die Augen treiben muss, die Lymphdrüsen schwellen lässt und bunte Farben vor die Augen führt. Es ist in Ordnung, wenn man nach einer ersten Leidenszeit den Duft zu schätzen lernt. Aber erst einmal muss der Duft so fremd und unverständlich sein, wie die Paarungsrituale der Vulkanier.
Wobei wir beim dritten Duft sind, der «Pon farr» heisst. Er nimmt bezug auf die vulkanische Sexualität, wie sie in der Folge «Amok Time» dargestellt wird. Aber der ist dann natürlich nur für Frauen. Das ist marketingmässig wohl nicht so durchdacht, zumal die allermeisten Trekkies Männer sind. Also warten wir männlichen Trekkies weiterhin aufs Klingonisch-Wasser und hoffen, dass den Parfümeuren endlich die Schuppen von den Augen bzw. aus den Nasenlöchern fallen.

Autor: Matthias

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