Die Geisterschreiber kommen

Viele Fachzeitschriften drucken Artikel ab, die von den Herstellern selbst geschrieben wurden. Die sind fachlich meist einwandfrei – aber natürlich niemals so neutral, wie sie sein könnten und müssten.

«Systeme für messerscharfe Rechner» ist die Überschrift des Artikels auf Seite 14 und 15 in der «Computerworld» vom 23. Mai. Es geht um Blade-Server, also um Server in einer speziellen Bauform. Im Artikel geht es nicht um einzelne Modelle, sondern um die Vorteile von Blade-Servers und darum, wie KMUs sie einsetzen können.

Illustriert ist der Artikel mit einem anderthalbspaltigen Abbildung eines IBM BladeCenters und einer dreispaltigen Abbildung eines HP ProLiant Blade-Systems. Geschrieben wurde der Artikel von Paul Schaffner. Die Fussnote verrät, dass der Autor Business Unit Manager Industry Standard Servers bei Hewlett-Packard Schweiz ist.

Wie steht es um die Terminologie?

Gut, denn der Mann hat Ahnung, wovon er schreibt. HP ist weltweit Marktführer bei Blade-Servern. Der Tonfall des Artikels ist neutral und es kommt kein einziger Herstellername im Text vor. Er ist also auch objektiv und verlässlich als Informationsquelle (soweit ich das als Nicht-Blade-Server-Sachverständiger beurteilen kann). Nun, man kann sich natürlich fragen, ob im Text von «Blade-Systemen» die Rede wäre, wenn ein IBM-Manager ihn geschrieben hätte. Laut Wikipedia hat HP auch die Bezeichnung «Blade-System» geprägt, IBM verwendet den Terminus «BladeCenter». „Die Geisterschreiber kommen“ weiterlesen

Scripte auszubuddeln

Wir haben uns «The Kingdom of the Crystal Skull» angesehen. Das war leider kein Vergnügen.

Am Wochenende hatten wir ein Rendezvous mit Indiana. Wie ich lese, hat «The Kingdom of the Crystal Skull» einen guten Start hingelegt. Trotzdem; wer nun seit 19 Jahren auf den neuen Film gewartet hat, muss eine herbe Enttäuschung gewärtigen. Es gibt zu wenige Rätsel und zu viele Aliens. Offenbar kann Mr. Spielberg keine Filme mehr drehen, in denen keine Ausserirdische vorkommen (zum Glück gab es wenigstens in «Schindler’s List» keine).

Nein, das Problem ist das Drehbuch. Natürlich; «Indiana Jones and the Last Crusade» hat die Latte hoch gelegt. Mit Sean Connery gab es einen tollen Co-Star, dem Shia LaBeouf leider nicht das Gralswasser reichen kann. „Scripte auszubuddeln“ weiterlesen

Top of Swiss web

Erfolgreiche Schweizer Websites, von denen noch niemand etwas gehört hat – über Sinn und Unsinn von Webranglisten.

Hier kann ich noch die erfolgreichsten Schweizer Websites aus der Quantcast-Rangliste nachreichen (siehe Posting von gestern). Es gibt eine Liste der Plätze eins bis 1’000’000 als Download, Stand 19. Mai. Also:

Platz 7128, die beste und bekannteste Schweizer Website überhaupt ist – wir wussten es alle, es kann gar nicht anders sein, es ist zwingend und unvermeidlich: fourmilab.ch

Der Nachfolger auf Platz 13’913 ist ethz.ch.

Klar, kennen wir alle! (?)

Und dann gehts weiter mit 21’302 und swiss-webspace.ch. „Top of Swiss web“ weiterlesen

Zwischen Monsterjobs und Herbalife

In einer etwas dubiosen Web-Hitparade diese bescheidene Website hier noch vor den grossen Schweizer Newsportalen gelistet. Das ist ein Grund zum Feiern – und uns über die Vorlieben der Webnutzer Gedanken zu machen.

Begehrt bei Frauen, erfolgreicher als Blick, Tagi, NZZ und 20min und beliebter als Porno. Du hast, lieber Leser, die richtige Internet-Adresse angesteuert.

Nein wirklich! Clickomania.ch ist heiss! Viel heisser, als ihr und ich geglaubt habt. Endlich schafft Quantcast Klarheit über die wahren Grössen im Web. Und mir geht auf: Ich bin ein Websuperstar und wusste es nicht!

Quantcast ist «the world’s only open Internet ratings service». Der Dienst liefert Einschaltquoten für gut zwanzig Millionen Websites. Er schlüsselt das Publikum nach Geschlecht, Alter, Haushaltseinkommen, Ethnie, Bildungsstand und Kinder auf. So erfahre ich etwa, dass 67 Prozent der Besucher von Clickomania.ch weiblich sind, 18 Prozent über 65, das Durchschnittseinkommen zwischen null und 30’000 US-Dollar liegt und die häufigste Ethnie «Other» ist. Bezüglich Bildungsstand hat die grösste Gruppe (48%) keinen College-Abschluss und immerhin 22 Prozent der Haushalte, die Clickomania.ch besuchen, verfügen über Kinder im Alter von sechs bis 17 Jahren.

Jubelt! Im obersten Prozentabschnitt!

Und Quantcast weiss: Clickomania.ch steht auf Rang 150’806 von zwanzig Millionen. Das ist im obersten Prozent und daher so etwas wie Platz eins. „Zwischen Monsterjobs und Herbalife“ weiterlesen

Mit Mails die Umwelt retten

Die Aufforderung, elektronische Briefe nur auszudrucken, wenn es unbedingt nötig ist, die ist gut gemeint, aber auch ein bisschen naiv.

Immer häufiger lese ich am Ende von elektronischen Nachrichten die Aufforderung «Please consider the environment before printing this email» (Denken Sie an die Umwelt, bevor Sie dieses E-Mail drucken). Umweltschutz ist doch etwas Schönes, vor allem dann, wenn er keine Opfer erfordert, null Mühe macht und obendrein völlig gratis ist.

Also, liebe Leute, wenn Ihr mir Mails schickt, verkneift Euch diesen gut gemeinten Satz. Mails lese ich nämlich immer am Bildschirm. Und wenn ich sie ausdrucke, dann mit triftigem Grund. Weil ich sie über mein Bett hängen oder in die Hosentasche herumtragen will. Wenn Ihr mich belehren wollt, dann mit wirklich nützlichen Ratschlägen: „Mit Mails die Umwelt retten“ weiterlesen

Verbietet Google!

Ein Professor untermalt eine seiner Thesen mit der Zahl der Treffer bei einer Internet-Suchmaschine? Das zeigt, wie sehr die Sache aus dem Ruder gelaufen ist.

Was lese ich heute im «Tagi»? Das da:

«Wettbewerbsfähigkeit ist wahrscheinlich der meistverwendete und missbrauchte Begriff der modernen Ökonomie», sagt der Lausanner Professor Stéphane Garelli und verweist als Beleg auf die 10,5 Millionen Nennungen des Wortes in der Internet-Suchmaschine Google.

Hallo? Ist es jetzt so weit, dass Professoren Google brauchen, um ihre Aussagen zu untermauern? Das wäre für mich der richtige Moment, die Suchmaschine zu verbieten.

Ansonsten werden wir unweigerlich mit folgenden Aussagen konfrontiert werden: «Sex scheint wichtig zu sein für die Leute», sagt Nikolaus Nixblicker, eine der leuchtendsten Koryphäen der jungen wissenschaftlichen Disziplin der Googologie und Besserwisserei und verweist auf die 748 Millionen Nennungen des Wortes in der Internet-Suchmaschine Google. „Verbietet Google!“ weiterlesen

Vigara to sell

Some moron is sending out spam messages with my mail address in the sender and reply header field. So, I have zo deal with tons of Undeliverable notifications.

Now, it has finally happened. I am selling “Vigara” (no, that’s no typo). And “Ciails – No Perscritpion Needde”. Some dumb-ass is sending out spam with my e-mail address and tons of “Undelivered Mail Returned to Sender”, “Undelivered Mail Returned to Sender”, “Delivery Status Notification (Failure)” and “Returned mail: see transcript for details” filling up my mailbox.

Well, since that has happened to everyone who has an e-mail address, there is no use to complain. So, let me focus on another topic here:
„Vigara to sell“ weiterlesen

Faule Nachbarschaft

Auf rottenneighbor.com kann man seine Nachbarschaft bewerten. Bleibt die Frage, wieso man das tun wollen sollte.

Heute arbeite ich zu Hause¹ und habe nebenbei zur Berieselung DRS3 laufen. Nachdem mich der Sender mit der Behauptung, Telefonbücher seien überflüssig, zwar aufgeregt², aber nicht zum Umschalten bewegen konnte, kam dann in der «Webnews» genannten Rubrik ein Hinweis auf rottenneighbor.com. Hier kann man seine Nachbarschaft bewerten.

Das klingt nach einer Web-2.0-Anwendung par excellence und nach einer tollen Idee. Wer will nicht gern wissen, wie es um die Nachbarn bestellt ist, bevor er den Mietvertrag unterschreibt, Kartons packt, einen Lastwagen mietet und in eine womöglich von Psychopathen oder notorischen Querulanten bewohnte Gegend zieht?

Web 2.0 mit Googeleien

Nun, die erste Vermutung trifft voll ins Schwarze: Es handelt sich um eine Web-2.0-Anwendung par excellence und um eine typische Mashup-Anwendung: Auf einer Google-Map werden durch grüne und rote Häuschen schöne und fragwürdige Gegenden gekennzeichnet.

Damit ist die Open-Air-Blogging-Saison eröffnet!

Mit der zweiten Vermutung liegt man hingegen voll daneben. „Faule Nachbarschaft“ weiterlesen

Hodenfreie PDFs!

Googles Vorschläge bei vermeintlichen Rechtschreibfehlern sind nicht immer über jegliche Zweifel erhaben.

Der Schinken des Monats geht an Google für den folgenden Verbesserungsvorschlag zum Suchbegriff «Hürdenfreie PDFs»:

Dieser Vorschlag toppt fast alles, was ich jemals von Reitschreibkorrekturprogrammen gesehen habe. Dabei umfasst meine Sammlung schon diverse tolle Ausrutscher: „Hodenfreie PDFs!“ weiterlesen

Virtual lego

Phun is a 2D physics sandbox, which would come in handy for the next version of Clickomania.

A web tipp from a friend, which I’d like to forward here:

phun.at

(I wanted to create a physics model for Clickomania, unfortunately, my programming skills, or rather my time management did not allow me to implement that plan so far…)