Exzessivgoogeln

Peter Fleischer ist Datenschützer bei Google und gibt den Menschen gute Tipps:

Menschen müssen besser lernen, ihre Privatsphäre in der digitalen Welt zu managen. Sie müssen lernen, wann sie anonym bleiben wollen und wann sie identifiziert werden möchten. (Golem.de)

Jawoll, Herr Fleischer, recht haben Sie! Und was heisst das in bezug auf Ihren Arbeitgeber?

Google-Nutzer haben bei personalisierten Diensten Zugang zu dem, was Google gespeichert hat, inklusive des Rechtes auf Korrektur ihrer persönlichen Daten bis hin zu deren Löschung

Aha. Aus Ihrer Äusserung schliesse ich, dass die Google-Nutzer diese Möglichkeit zwar haben, aber offenbar überhaupt nicht nutzen. „Exzessivgoogeln“ weiterlesen

Datenreanimation zwecklos

Beruflich habe ich viel mit Computer-Anwendern zu tun. Bei meinem Umgang mit dem Homo Computeriensis fällt mir immer wieder ein Phänomen auf, das ich in diesem Blog und ab sofort und für immerdar die inkongruente Zuverlässigkeitswahrnehmung, kurz IZW nennen will. Wobei, ich wäre auch mit dem Namen Morbus Schüssler zufrieden – jaaa, ich sehe viel «House».
Zuerst zu den medizinischen Fakten: Morbus Schüssler verläuft in aller Regel tödlich – wenn auch nicht für den an IZW leidenden Computeranwender (es sei denn, er kriegt vor Schreck einen Herzinfarkt). Ex gehen (jaa, definitiv zu viel «House»!) hingegen die Daten und Dokumente. Reanimation zwecklos.
Also, bei der inkongruente Zuverlässigkeitswahrnehmung ist zu beobachten, dass viele Leute ihrem Betriebssystem mit Misstrauen begegnen und ihm allerhand Schwächen attestieren: Es stürzt ab, es verhält sich unberechenbar, ist ein wahrer Psychopat und stammt von Bill Gates.

Dass Computer abrupt zu Willkür neigen können, wissen auch die Wissenschafter des Schweizerischen Zentrums für Technologiefolgen-Abschätzung in Zürich. Fachleute des Zentrums aus verschiedenen Forschungsbereichen veröffentlichten eine Studie zur «Verselbstständigung des Computers». (Berner Zeitung; 21.04.2008; Seite 11)

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Matthias ist gerade irgendwo

Im Moment experimentiere ich mit loki.com herum. Hinter der Website steckt das Wireless WiFi Positioning System (WPS) von Skyhook. Das Unternehmen aus Boston hat die Technologie entwickelt, mit der iPhones und der iPod Touch ihre Position per WLAN bestimmen können. Die Technik gibt es auch für Notebooks. Eine Firefox-Symbolleiste zeigt einem auf einer Google-Map an, wo man gerade ist. Diese Information kann man, wenn man will, auf einer persönlichen Seite oder via RSS-Feed auf Loki.com veröffentlichen (es Träumli für jeden Stalker). Und im Archiv kann man nachsehen, wo man wann war, wenn man es denn nicht mehr wissen sollte. Was bedeutet, dass man künftig mit dem Notebook auf Sauftour geht, damit man hinterher den Blackout mit Hilfe des Loki-Protokolls überbrücken kann.
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Heiliger Bill, warum dieser Bekehrungswille?

153’623 Leute haben auf savexp.com eine Petition unterschrieben, in der Microsoft aufgefordert wird, Windows XP am Leben zu erhalten. Am 30. Juni soll der Verkauf eingestellt werden. Ab dann gibts kein Entkommen mehr vor dem 3-D-Flip und Aero.
Viele von den Kritikpunkten kann ich nachvollziehen. Beispielsweise der Hardwarehunger. „Heiliger Bill, warum dieser Bekehrungswille?“ weiterlesen

Wo ist Malware, wenn man sie braucht?

Da sagen uns die Sicherheitsexperten dieser Tage, dass man sich auf keiner Website mehr sicher fühlen darf, weil sich immer mehr Ungeziefer zwischen den HTML-Zeilen tummelt. Hacker schleusen Schadcode durch Sicherheitslücken auf schlecht geschützte Websites. Surft man dann eine solche Site an, dringen die Schädlinge durch Sicherheitslücken im Browser ein. So lautet zumindest die Theorie. Doch obwohl ich mich nach Kräften bemühte, fand ich keine Site, die meinen Browser hätte infizieren mögen. Ein übel gesonnenes JavaScript hätte mir ja schon gereicht. Oder ein Installationsbegehren eines dubiosen Plug-Ins oder etwas in der Art. Aber nichts. Kein böses Byte. Kein skandalträchtiges Script. Kein aufdringliches ActiveX. Nix!
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Schweine hüten

Roger Schawinski hat Radio 1 ins Leben gerufen, weil er es leid war, ständig geduzt zu werden. Das kann ich ihm nachfühlen. Ich finde zwar nicht, dass man Schweine zusammen gehütet haben muss, bevor man sich Du sagt. Aber die vielen Vertraulichkeiten, die einem von unbekannter Seite entgegen schlagen, empfinde ich oft als Anbiederung und bestimme sie daher zum Schweinefleisch, pardon: Schinken des Monats April.
Dass man bei Ikea geduzt wird, finde ich verkraftbar. „Schweine hüten“ weiterlesen

Haha, erwischt!

Ich überlege mir schon die ganze Zeit, wie ich es anstellen würde, um ein finanzielles Loch von vierzig Milliarden Franken anzurichten. Das ist gar nicht so einfach. Die nahe liegendste Idee, sinn- und verstandlose Vandalenakte, sind in keinster Weise zweckdienlich und bringen einen nicht einmal annäherungsweise in die angestrebte Grössenordnung. Man müsste schon eine Atombombe klauen. Aber das ist es nicht. Es geht ums Verlochen von Geld und nicht um realen Schaden an Gütern oder Menschen. Als Computermensch überlege ich mir irgend etwas mit Phishing oder Online-Betrug. Aber selbst da lehrt einen das schiere Ausmass der Angelegenheit Demut. „Haha, erwischt!“ weiterlesen