Ähm, EM?

Derzeit besteht wieder die Gefahr, als fussballunberührter Sonderling ins Offside zu geraten. Wie man das verhindert – und warum man wegen der Fussball-Europameisterschaft als vernünftiger Mensch trotzdem keine Euphorie entwickeln sollte.

Es ist ja nun so, dass der Countdown für die Fussball-Europameisterschaft nur noch zweistellig ist. So um die siebzig Tage dauert es noch. Und dann, ja dann, versinkt die Welt um mich in kollektiver Euphorie. Der Ball ist rund und meine Seele schwarz.

Ich mache, um nicht aufzufallen und als fussballunberührter Sonderling allzu weit ins Offside zu geraten, halbherzig mit. Als Journalist habe ich die Fähigkeit, aufgeschnappte Kommentare so in Gespräche einzuflechten, dass meine Ignoranz ausreichend kaschiert ist. Das bewahrt mich davor, von der SVP zu einem Integrations-Nachhilfekurs aufgeboten zu werden. Es verbessert meine soziale Position und meine Eingliederung in die fussballnärrische Gesellschaft, aber nicht unbedingt meinen Gemütszustand.
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Wickie und die schwachen Ideen

Ich bin erklärter Fan des andro­gynen Wikinger­jungen, der in meiner Jugend in einer Zei­chen­trick­serie mit Köpf­chen und nicht mit Muskel­kraft auf­trumpf­te. Es scheint auch anderen so zu gehen, nament­lich Michael «Bully» Herbig, der Wickie in einer Real­verfil­mung ins Kino bringen will.

Ich gehöre zu der «Wickie und die starken Männer»-Generation. Nicht nur das. Ich hatte während Jahren in meinem Kinderzimmer ein selbst gemaltes Wickie-Wandgemälde im Format «larger than life» über dem Bett, bis selbiges von meiner kleinen Schwester übermalt wurde – übrigens nicht aus Bosheit oder Wickiefeindlichkeit, sondern gegen Bezahlung, weil ich die Wickie-Begeisterung als Teenager naturgemäss abgelegt habe.

Trotz meiner Ablösung vom Helden meiner Jugend bin ich unzweifelhaft ein Experte, was androgyne Wikingerjungen angeht. Ich hatte auch ein geschnitztes Holzschwert aus Handarbeit und ein Karton-Wikingerschiff, das leider im Entenweiher hinter unserer Scheune untergegangen ist. Also: Ich = Sachverständiger und eidg. nicht-dipl. Wickieologe.

Die spinnen, die Österreicher

Als solcher muss ich nun mit steigender Irritation ein zunehmendes Wickie-Revival konstatieren. „Wickie und die schwachen Ideen“ weiterlesen

Ein Auge auf die Milch

Mit der Erinnerungs-App Remember the Milk ergeht es euch nicht wie mir, und euch fällt nicht erst während des Blogpost-Schreibens ein, dass ihr eigentlich lustige Photoshop-Websites vorstellen wolltet: Photoshop Disasters, psdtuts.com und worth1000.com.

Zuerst eine Notiz an mich: Flatpress installieren! (Es gibt eine neue Version von Flatpress; der Software, mit der dieser Blog läuft. Diese will ich bei Gelegenheit einrichten. Wenn Ihr also hierherkommt und nichts seht, dann liegt das daran, dass diese Installation läuft. Oder in die Hose gegangen ist und nichts mehr läuft. Aber eben – dann seht Ihr auch diesen Beitrag nicht und seid so ahnungslos wie ich heute Morgen, als der Zug nach Zürich im Tunnel stehen blieb und nur unverständlich klirrende Lautsprecherdurchsagen über die Situation informierten.) „Ein Auge auf die Milch“ weiterlesen

Schüsse und Blüten

Journalisten sind schaden­freudige Menschen. Neulich hatte ich das Vergnügen, selbst Objekt des Spotts zu werden.

Hexenschussbedingt sitze ich nicht so viel am Computer – habe beim Lesen per iPod Touch aber einen amüsanten Blog gefunden. «Snapshots of a weird world» stammt von Umbi, wer auch immer das sein mag, und ist unter blogs.ethz.ch/umbi.

Da liest man unter anderem, dass die ETH keine Backups macht – so gingen die Blog-Einträge von anderthalb Monaten verloren. Very weird. Darüber könnte man nun spotten, aber vor solchen Tragödien niemand gefeit ist, verkneife ich mir das. Ansonsten gibt es im Blog Medien-Beobachtungen, in denen der Autor sprachliche und andere Entgleisungen der Journalisten anprangert.

Sich über Kollegen lustig zu machen, ist ein Kavaliersdelikt

Da ich ein Journalist bin, lese ich sowas gerne. In unserem Metier ist die Schadenfreude überdurchschnittlich. „Schüsse und Blüten“ weiterlesen

Blogs am Strassenpfahl

Ein an einem Later­nen­pfos­ten aufge­kleb­ter Zettel fragt, was einfacher zu ertragen sei: Glück oder Un­glück. Da man dort nicht kom­men­tieren kann, hier meine Antwort.

Mein Arbeitsweg führt mich nach Zürich und dort an einem Strassenlampenpfahl vorbei. Der steht an einem Fussgängerstreifen. Man steht bei Rotlicht neben dem Pfahl und hat Zeit und Gelegenheit, den Blick schweifen zu lassen.

Das ist auch der Grund, weswegen an dem Pfahl häufig Aufkleber angebracht werden. Diese verkünden entweder eine Werbebotschaft. Oder sie wurden von Leuten geschrieben, die zum Bloggen berufen wären, aber keinen Internetanschluss haben: Sie verbreiten eine Botschaft, aber werben nicht. Auf einem Zettel, den ich so jeden Morgen studieren konnte, wurde ich gefragt, was ich denn besser ertragen würde: Glück oder Unglück?

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Schinken im M?rz

Warum gibt es in einer gedruckten Zeitung eine Rubrik, die «Weblog» heisst? Und was sollen all die Anglizismen?

Was könnte der Schinken des Monats sein, frage ich mich seit fünf Tagen. Heute morgen dachte ich an die Rubrik «Der Blog» im neu gestalteten «Blick». Wieso muss denn, bitte schön, eine gedruckte Zeitung eine Rubrik haben, die «Web log» heisst? Wenn schon müsste man das Ding «Plog» nennen, für «Paper Log». Oder «Nplog» für «News paper log». „Schinken im M?rz“ weiterlesen

Neun Zeichen, an denen man schlechte Webmaster erkennt

Ein bisschen Spott an die Adresse der sympa­thi­schen Spezies, die dafür sorgt, dass alle Sites im Netz rei­bungs­los funktionieren, problemlos zu be­nutzen sind und uns Surfern keiner­lei Daten­müll in den Browser bal­lern.

Eben bin ich über den Beitrag «9 Signs You Shouldn’t Hire THAT Web Guy» von David Walsh gestolpert. Eine amüsante Sache – ich persönlich betätige mich gelegentlich als Webmaster (Verstoss gegen Regel 1), habe schon Websites für Bekannte gestaltet (Verstoss gegen Regel 5), prahle gerne mit meinen HTML-Kenntnissen (Verstoss gegen Regel 7) und habe auf dieser Website einen Zähler bei jedem Beitrag (Verstoss gegen Regel 8). Trotzdem, hier an dieser Stelle die deutsche Übersetzung dieses Beitrags. Schliesslich hatte ja niemand von euch ernsthaft vor, mich als Webmaster zu engagieren…

1. Er nennt sich Webmaster

Wer sich «Webmaster» nennt, meistert vermutlich gar nichts. Der Begriff wurde zum Synonym für Amateur. Das Web hat sich in so viele Richtungen weiterentwickelt, dass der Begriff nicht mehr aussagekräftig ist (war er es denn je?).

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