Gesinnungsbeulen in der Polit-Silhouette

Ich habe mir von Smartvote.ch Empfehlungen für die Parlamentswahlen und meinen «Smartspider» ausrechnen lassen, ein Netzdiagramm, das die politischen Positionen darstellt. Aufschlussreich der Vergleich mit dem Spider von 2003.

Gute Güte, ich werde älter!

Heute morgen brütete ich über meinen Wahlunterlagen für die National- und Ständeratswahlen vom 21. Oktober. Wie schon vor vier Jahren habe ich meinen Wahlzettel exakt nach den Empfehlungen von Smartvote.ch ausgefüllt und ein handschriftliches, mit quer durch die vielen Listen zusammengesuchten Namen bestücktes Meisterwerk ins Stimmcouvert gepackt.

Auffällig übrigens die Häufung von Filmemachern auf meinem Wahlzettel. Ausserdem gibt es viele Journalisten und noch mehr Informatiker und es manifestierte sich heute auch eine unbewusste Vorliebe für allerletzte Listenplätze. Der Empfehlung von Smartvote getreulich folgend habe ich in mehreren Fällen den auf der 34. Position seiner Liste stehenden Kandidaten auf meinen Zettel übertragen.

Viele Junge und viele Alte

Und ich neige zu zwei Extremen gleichzeitig, indem ich diverse sehr junge Leute und ebenso viele sehr alte Leute gewählt habe. Wäre ich Politiker, würde ich deswegen nun mein generationenverbindendes und altersgrabenüberwindendes Naturell herausstreichen.

Nach vollendeter Tat habe ich die Smartvote-Wahlempfehlung in den passenden Ordner auf meiner Festplatte verräumt und bin dabei über die archivierten Informationen von 2003 gestolpert. Archiviert wurde auch meine damalige Gesinnung, und zwar in Form eines «Smartspiders».

Das ein politisches Koordinatensystem mit acht, wenn man so sagen kann, «Polen». Der Vergleich mit meinem «Smartspider» von 2007 lässt mich darüber grübeln, ob langsam die Altersmilde einsetzt. Gesinnungsbeulen bzw. -spitzen des alten Profils sind in sich zusammengesunken, drei neue Spitzchen vermögen das nicht zu kompensieren. Ich bin zentrierter, aber nach wie vor doch deutlich über dem Äquator angesiedelt.

So schnell magert man im richtigen Leben nicht ab

Irgendwie hat Politik nicht sehr viel mit dem richtigen Leben zu tun. Eine solche Abmagerung existiert nur beim politischen Profil. Bei der körperlichen Silhouette wartet man darauf vergeblich. Dabei wärs schön, könnte man Bauchspeck einfach abwählen…

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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